Die Täter zerschlugen Fensterscheiben. Ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz.

Die Täter zerschlugen Fensterscheiben. Ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz.
Vermummte griffen die Vereinsräume der„Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ an. Archiv

Vermummte griffen die Vereinsräume der„Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ an. Archiv

Staniek

Vermummte griffen die Vereinsräume der„Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ an. Archiv

Grevenbroich. Großeinsatz der Polizei im Bahnhofsviertel: Am Abend des 28. Oktober überfiel eine Gruppe von rund 20 Vermummten, mit Baseballschlägern und Eisenstangen bewaffnet, das Büro der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ (UETD) an der Dechant-Schütz-Straße. Die Täter zerschlugen Fensterscheiben und versuchten, in die Räume einzudringen.

Als die Polizei anrückte, war die Gruppe schon wieder verschwunden. Die Täter sollen sich vorher an der Rheydter Straße versammelt haben und von dort zu Fuß zum Tatort gezogen sein. Zeugen berichteten von Abdullah-Öcalan-Rufen. Dieser ist langjähriger Vorsitzender der PKK gewesen.

Verletzt wurde bei dem Angriff niemand

Im Büro standen während der Attacke Menschen Ängste aus. Wie Tekin Sag, Vorsitzender der UETD in Grevenbroich, berichtete, warteten dort 20 bis 25 junge Menschen auf Bilgili Üretmen – der Internet-Blogger kam zu einer Veranstaltung nach Grevenbroich. „Plötzlich hörten wir laute Schläge gegen das Fenster“, schilderte Tekin Sag die Ereignisse. Gesehen hätten sie die Angreifer nicht, vor dem Fenster hingen Vorhänge. Er habe „Nach hinten!“ gerufen und die Tür abgesperrt. „Zum Glück ist niemand verletzt worden“, sagte Sag.

Nach dem Überfall nahm der Staatsschutz in Düsseldorf Ermittlungen auf. Es handelte sich nicht um die erste Gewalttat am Zentrum der UETD. In der Nacht zu Karsamstag warfen Unbekannte einen Molotowcocktail gegen die Scheibe des Vereins. Der Brandsatz prallte an der aus Sicherheitsglas bestehenden Fensterfront im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses ab, der Sachschaden blieb gering. Eine Zeugin hatte einen Knall gehört und dann ein schwarzes Auto mit hohem Tempo in Richtung Rheydter Straße fahren sehen.

Kurz nach dem Überfall Ende Oktober bekannte sich eine gewisse „Apoistische Jugendinitiative NRW“ zu der Tat. „Dieser Angriff war ein Racheakt für die Hinrichtung von zwei Guerilla-Kämpferinnen der YJA Star“, wurde im Bekennerschreiben erklärt, das im Internet veröffentlicht wurde.

Der Staatsschutz konnte bislang keine Täter ermitteln

Verfasst wurde das Schreiben von einem sogenannten „Racheteam Sehîd Alîsêr Firat“. „YJA Star“ ist die Bezeichnung der weiblichen Kampfverbände innerhalb der der „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK). Die Täter konnte der Staatsschutz bislang nicht ermitteln.

Die UETD, die in der Stadt laut Tekin Sag rund 100 Mitglieder hat, wolle Brücken zwischen Deutschen und Türken bauen. „Ich verurteile den Überfall. Es hätte Verletzte geben können“, erklärt Ismail Yavuz, Mitglied des Integrationsrates: „Wir sollten mit Verein, Polizei und Stadt sprechen, wie die Sicherheit verbessert werden kann.“

Die Fraktion „Mein Grevenbroich“ regte einen „Runden Tisch Bahnhofsviertel“ an.

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