Das Gebäude soll durch einen modernen Flachbau ersetzt werden.

Das Gebäude soll durch einen modernen Flachbau ersetzt werden.
Das alte Tus-Heim wird als „Doppelstöcker“ bezeichnet.

Das alte Tus-Heim wird als „Doppelstöcker“ bezeichnet.

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Das alte Tus-Heim wird als „Doppelstöcker“ bezeichnet.

Grevenbroich. Für viele war es ein schwerer Abschied: Rund 100 Sportler und Ehemalige feierten jetzt die letzte Party im Heim des Turn- und Sportvereins (TuS) Grevenbroich am Schlossstadion. Den doppelstöckigen Bau müssen sie bis zum 28. Februar geräumt haben, dann rücken die Abrissbagger an. Denn das 1972 eröffnete Vereinsheim, das damals auf den bestehenden Umkleidekabinen (Erdgeschoss) gebaut wurde, soll durch einen modernen Flachbau ersetzt werden.

Wenn sich die meisten auch für die Sportler freuen, die heute auf der Anlage trainieren und spielen, so werden etliche TuS-Mitglieder „ihr“ altes Vereinsheim vermissen. „Für uns ist das schon ein Verlust. Zumal wir in der Bauzeit keinen eigenen Treffpunkt mehr haben werden“, sagt Vereinschef Lothar Zimmermann, der jedoch auch feststellt: „Gerade das untere Stockwerk ist marode. Es dringt Feuchtigkeit in die Wände, die sanitären Anlagen sind nicht mehr zeitgemäß und auch die Wärmeisolierung und die Heizung entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Eine Sanierung wäre zu teuer gewesen.“

Bei der „Abrissparty“ plauderten die Gäste über vergangene Zeiten – und über die Geschichten, die sie mit dem Heim, das die Sportler „Arche“ nennen, verbinden. „Viele von uns haben hier 40 Jahre ihres Lebens verbracht. Das Heim liegt uns am Herzen“, sagt TuS-Schatzmeister Manfred Wosnitza, der seit zehn Jahren für alles, was mit dem Vereinsheim zu tun hat, verantwortlich ist (zuvor war das Heim verpachtet). Er selbst hat die Grundsteinlegung für den Bau 1971 miterlebt und die Arbeiten, die von Eigeninitiative der Sportler geprägt waren, verfolgt. „Damals haben sehr viele Sportler mit angepackt“, erinnert er sich.

„Ich habe in diesem Heim viele tolle Stunden verbracht.“

Gerd Lübben, TuS-Ehrenpräsident

Ein Ereignis ist Manfred Wosnitza ganz besonders in Erinnerung geblieben: der Aufstieg der ersten Vereinsmannschaft in die Verbandsliga. Das war 1976 die dritthöchste Klasse im Amateurfußball – und für die Fußballer aus Grevenbroich ein Erfolg, den sie gebührend in ihrem Treff feierten: „Bei der Party zum Aufstieg in die Verbandsliga haben viele Jungs auf dem Holzbalken geschaukelt, der noch heute über der Theke hängt.“ Bis zum Abstieg in die Bezirksklasse haben die Sportler alle Erfolge im urigen Thekenraum gefeiert; dutzende Pokale und Fotos aus dieser Zeit hängen noch immer an den Wänden. „Bisher haben wir nur zwei Billardtische herausgetragen. Die übrigen Gegenstände kommen in den nächsten Tagen an die Reihe, wenn auch die Jugendlichen ihre letzte Party im Heim gefeiert haben“, erzählt Schatzmeister Manfred Wosnitza. Einige der Andenken sollen auch im neuen Flachbau ihren Platz finden. „Wir haben außerdem jemanden im Verein, der an dem Theken-Balken interessiert ist, auf dem die Fußballer nach ihrem Aufstieg geschaukelt haben“, verrät der 68-Jährige.

Unter den Gästen, die jetzt Abschied von der „Arche“ nahmen, war auch TuS-Ehrenpräsident Gerd Lübben (88). „Ich habe in diesem Heim viele tolle Stunden verbracht“, sagt er und spricht von einem „emotionalen Augenblick“. Er selbst hatte an den Planungen für den Bau des Vereinsheims mitgewirkt und bei den Arbeiten Anfang der 70er mit angepackt. „Ich bin mir sicher, dass wir unser Heim gut in Erinnerung behalten werden.“

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