Der Kreis ist mit zwei Vertretern bei der Konferenz in Kopenhagen. Die Neusser sehen das Thema eher lokal.

Neuss. Der Klimagipfel in Kopenhagen soll die Weichen für die Rettung der Welt vor dem Treibhauseffekt stellen - und in Neuss kriegt es kaum jemand mit. So zumindest könnte das Ergebnis einer Umfrage der WZ gedeutet werden.

"Keine Zeit", lautete die am häufigsten gehörte Antwort auf die Frage, ob man denn Erwartungen an die Zusammenkunft von Staats- und Regierungschefs sowie Umweltministern der 192 Nationen hat. Und zu der der Rhein-Kreis Neuss immerhin zwei Vertreter geschickt hat.

"Das ist sowieso alles vergeblich", meint Kerstin Pflicht. Auf solchen Konferenzen würde nur geredet und nichts erreicht. "Es ist doch schon im Vorfeld nur darüber diskutiert worden, ob das Kyoto-Protokoll erneuert wird. Um Tatsachen geht es dabei schon längst nicht mehr", argumentiert auch Paul Heuser.

Die Kreisvertreter Johannes Nordmann und Marcus Temburg sind seit gestern in der dänischen Hauptstadt, um das Geschehen zu beobachten und Gespräche zu führen. "Eigentlich wollte auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke an dem Gipfel teilnehmen", erklärt Kreissprecher Harald Vieten. Termine hätten die Visite jedoch verhindert.

Vieten unterstrich, dass der Rhein-Kreis Neuss großes Interesse an den Ergebnissen des Weltklimagipfels habe. "Mit den Braunkohlekraftwerken in Grevenbroich sind wir ein wichtiger Energiestandort. Im neuen Gewächshauspark soll auch die Auswirkung von Co2 untersucht werden.

Wolfgang Robert hat dazu eine deutliche Meinung: "Das ist ja alles ganz schön, wenn man an solchen Treffen teilnimmt. Aber die Stadt Neuss und der Rhein-Kreis haben genug eigene Probleme wie die Emissionen im Hafen oder den Verkehr auf den Autobahnen rings um die Stadt, die erstmal gelöst werden sollten."

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