Semir Purisevic ist eine Institution beim TSV Meerbusch. Heute startet das Team gegen SW Essen in die zweite Saisonhälfte.

Interview
Der 28-jährige Semir Purisevic ist der dienstälteste Spieler im Kader des Fußball-Oberligisten.

Der 28-jährige Semir Purisevic ist der dienstälteste Spieler im Kader des Fußball-Oberligisten.

Janning

Der 28-jährige Semir Purisevic ist der dienstälteste Spieler im Kader des Fußball-Oberligisten.

Meerbusch. Der TSV Meerbusch steht heute im Abstiegskampf vor einem richtungsweisenden Spiel. Im ersten Pflichtspiel des Jahres tritt der Drittletzte der Fußball-Oberliga gegen den Viertletzten Schwarz-Weiß Essen an. Mit einem Sieg können die Blau-Gelben den Rückstand zum rettenden Ufer auf zwei Punkte verkürzen. Vor dem Spiel spricht Kapitän Semir Purisevic (28) über das Spiel und die zweite Saisonhälfte.

Herr Purisevic, Sie bestreiten schon Ihre neunte Saison beim TSV Meerbusch und sind mit dem Club noch nie abgestiegen. Hält Ihre Serie?

Semir Purisevic: Unbedingt. Wir haben durch die Winterzugänge nun einen Kader zusammen, der den Klassenerhalt schaffen wird, davon bin ich felsenfest überzeugt. Zehn unserer Spieler verfügen über Erfahrung in der Regionalliga.

Sie sind der dienstälteste Spieler in der Mannschaft, eine echte Institution im Verein. Können Sie sich eigentlich vorstellen, noch einmal woanders zu spielen?

Purisevic: Nein, überhaupt nicht. Ich fühle mich pudelwohl beim TSV, der Verein ist wie eine Familie für mich. Und mit den Jungs im Team verstehe ich mich erstklassig. Auch nach einem Abstieg würde ich unbedingt bleiben wollen.

Aber der droht ja ihrer Meinung nach nicht …

Purisevic: Moment mal, ich möchte nicht überheblich klingen. Wir sind selbstbewusst, aber nicht arrogant. Wir haben in der Winterpause eben richtig viel Selbstvertrauen getankt. Dafür sorgen auch die Neuen, die in den Testspielen überzeugt haben. So selbstsicher wir geworden sind, so demütig müssen wir bleiben.

Wie lautet die Marschroute für das Spiel gegen Essen?

Purisevic: Im Abstiegskampf kann man nur über den Kampf ins Spiel finden. Es wird die Mannschaft mit der größeren Leidenschaft gewinnen. Es wird ein dreckiges Spiel mit Haken und Ösen. Mit Schönspielerei werden wir jedenfalls nicht viel holen. Die drei Punkte bleiben definitiv nur dann bei uns, wenn wir die richtige Einstellung mitbringen.

Der Trainer hat während der Winterpause viel Wert auf die taktische Schulung gelegt. Seid Ihr in der Lage, das umzusetzen?

Purisevic: Ich denke schon. Wir wollen vor allem in der Defensive besser stehen als in der Hinrunde. Im Angriff waren wir immer in der Lage Tore zu schießen, aber hinten haben wir zu viele Gegentore kassiert. Das wird sich mit Jannik Roeber und Daniel Hoff, die in der Winterpause gekommen sind und Regionalligaerfahrung haben, hoffentlich ändern.

Das hört sich so an, als hätten die Neuen überhaupt keine Probleme gehabt, sich schnell zurechtzufinden.

Purisevic: Die Neuen sind super aufgenommen worden und voll integriert. Daniel Hoff ist beispielsweise schon bei der Fahrgemeinschaft der beiden Gladbacher Drilon Istrefi und Lukas van den Bergh dabei. Und bei Boran Sezen war es sowieso kein Problem, der ist wegen seines Zwillingsbruders Sergen zum TSV gekommen.

Boran hat in jedem Testspiel einen Treffer erzielt...

Purisevic: Er ist ein absoluter Glücksgriff für unsere Mannschaft.

Wie kommen Sie mit ihrer neuen Rolle zurecht?

Purisevic: Bestens. Ich bin vom defensiven ins offensive Mittelfeld gerückt. Das gefällt mir sehr gut, da habe ich früher ja auch gespielt. In meiner ersten Saison beim TSV, damals noch in der Landesliga, habe ich als Stürmer 23 Tore geschossen und wir haben den Klassenerhalt geschafft.

Was möchten Sie mit dem TSV noch erreichen? Sie sind ja im besten Fußballalter.

Purisevic: Mein Traum war es immer, noch einmal in der Regionalliga zu spielen. Aber jetzt denke ich nur an Essen. Wenn wir das Spiel gewinnen, sind wir an denen schon einmal vorbei. Weiter denke ich noch nicht.

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