Durch die gerade beschlossene Kooperation der Energieversorgung Dormagen (EVD) mit den Kreiswerken Grevenbroich könnte eine mögliche Preiserhöhung moderat gehalten werden.

Durch die gerade beschlossene Kooperation der Energieversorgung Dormagen (EVD) mit den Kreiswerken Grevenbroich könnte eine mögliche Preiserhöhung moderat gehalten werden.
Bürgermeister Erik Lierenfeld mit den Geschäftsführern (v.l.) Ingolf Graul (Kreiswerke), Klemens Diekmann (EVD) und Stefan Stelten (Kreiswerke) sowie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Bürgermeister Erik Lierenfeld mit den Geschäftsführern (v.l.) Ingolf Graul (Kreiswerke), Klemens Diekmann (EVD) und Stefan Stelten (Kreiswerke) sowie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Lothar Berns

Bürgermeister Erik Lierenfeld mit den Geschäftsführern (v.l.) Ingolf Graul (Kreiswerke), Klemens Diekmann (EVD) und Stefan Stelten (Kreiswerke) sowie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Dormagen. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld bemühte den Aschermittwoch, an dem normalerweise alles vorbei sei, der „heute jedoch mit der Kooperation zwischen EVD und Kreiswerken Grevenbroich einen Neuanfang bringe“, und eine politische Komponente: 40 Jahre nach der kommunalen Neugliederung wächst der Kreis im Bereich der Wasserversorgung zusammen. Ab 1. Januar 2017 erhalten alle Dormagener ihr Trinkwasser aus den Brunnen der Kreiswerke im Mühlenbusch. Der Vertrag für diese Kooperation mit einer Laufzeit von 20 Jahren wurde gestern unterschrieben. Ebenso die Verlängerung der Konzessionen für die Strom- und Erdgasnetze der EVD auf Dormagener Boden.

Es geht um 15 000 Gebäudeanschlüsse im Stadtgebiet – für die Wasserkunden soll die Kooperation von EVD und Kreiswerken Vorteile bringen. EVD-Geschäftsführer Klemens Diekmann: „Künftig erhalten Kunden nur noch eine Rechnung für alle Sparten.“ Auch für das Ablesen der Zähler in den unterschiedlichen Energiesparten soll es nur noch einen Termin geben. Eine wesentliche Folge nennt Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Hilgers: „Wir haben drei Optionen geprüft. Die jetzt gewählte ist die für Kunden mit Abstand wirtschaftlichste. Jede andere Lösung hätte Preissteigerungen beim Trinkwasser von zehn bis 20 Prozent zur Folge gehabt. Während die Kreiswerke laut Geschäftsführer Stefan Stelten von keinen Preiserhöhungen ausgehen, „kann ich dies nicht ausschließen“, sagt Klemens Diekmann, der generell von „moderaten Erhöhungen in den kommenden Jahren“ ausgeht.

Zukunft des Wasserwerkes Hackenbroich ungewiss

Auf beide Partner kommen jetzt Investitionen zu. „Um die technischen Voraussetzungen zu schaffen, müssen wir gemeinsam eine fünf Kilometer lange Verbindungsleitung vom Mühlenbusch zu einem Hauptknotenpunkt der EVD am Holzweg bauen“, sagt Stelten. Das wird rund vier Millionen Euro kosten. Im Mühlenbusch steht das Wasserwerk der Kreiswerke, das weiter im Betrieb bleibt. Das EVD-Wasserwerk in Hackenbroich müsste für 13 bis 15 Millionen Euro komplett erneuert werden – ein maßgeblicher Faktor für die Kooperation. Was genau aus diesem Wasserwerk ab 2017 wird, ist noch unklar. Da es im Landschaftsschutzgebiet steht, sind die Möglichkeiten begrenzt.

Das Wasserwerk im Mühlenbusch verfügt über ausreichende Kapazitäten. Die Kreiswerke verfügen über Wasserrechte für eine Förderung von sieben Millionen Kubikmeter im Jahr. Bisher fördern sie für die Versorgung der nördlichen Stadtteile 1,2 Millionen Kubikmeter, künftig werden es für ganz Dormagen drei Millionen Kubikmeter sein. Insgesamt 3,1 Millionen Euro erhält die Stadt jährlich von der EVD und den Kreiswerken dafür, dass sie die Flächen für die Leitungsnetze bereitstellt. Die Höhe dieser Konzessionsabgaben ist gesetzlich geregelt. In der Wasserversorgung bringen es beide Partner auf eine Netzlänge von etwa 320 Kilometern.

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