Zum offiziellen „Goodbye“ des Tribehouse geben DJs und Gäste noch einmal alles.

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Ein letztes Mal Tanzen bis zum Morgengrauen: Das Tribehouse sagt „Auf Wiedersehen“.

Ein letztes Mal Tanzen bis zum Morgengrauen: Das Tribehouse sagt „Auf Wiedersehen“.

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Ein letztes Mal Tanzen bis zum Morgengrauen: Das Tribehouse sagt „Auf Wiedersehen“.

Rhein-Kreis Neuss. Eigentlich scheint alles so wie immer: Türsteher mit finsteren Mienen lassen sich am Einlass gerade mal ein wohlwollendes Kopfnicken entlocken, unzählige schöne Mädchen in stilsicheren Outfits und Männer mit gestählten Muskeln flanieren über das Kopfsteinpflaster - angezogen vom Ruf der dröhnenden Bässe im Inneren des Tribehouse.

Doch der Anlass ist an diesem Wochenende ein ganz besonderer: Ein letztes Mal geben die DJs an der Bockholtstraße alles, bevor das Partyleben nach 14 Jahren um einen Riesen in der Electro-Szene ärmer wird.

"Hier konnten wir immer grandios Party machen."

Party-Gäste im Tribehouse

"Es ist so traurig, dass der Laden schließt. Hier konnte man immer grandios Party machen", lautet der Tenor beim Partyvolk. Das Tribehouse habe sich stets durch ein ganz besonderes Publikum ausgezeichnet. "Jeder Gast verkörpert einen eigenen Stil. Hier gab es ein Publikum wie sonst nirgendwo im Umkreis", sagt Katrin Otlu, die sich an viele ausgelassene Abende auf der Tanzfläche erinnern kann.

Zum offiziellen "Goodbye" hatten sich DJs angesagt, die das Tribehouse schon über viele Jahre begleitet haben. Und auf der überfüllten Tanzfläche wird diese Treue mit Jubelschreien nach jedem Paukenschlag aus den Boxen gewürdigt. "Hier hat alles aufgelegt, was Rang und Namen in der DJ-Szene hat", kommentiert Martin Lück. Früher war der 33-Jährige regelmäßiger Gast im Club, dann zog er um. An diesem Wochenende lässt er sich es aber nicht nehmen, das Tribehouse persönlich in den Ruhestand zu verabschieden.

Von Wehmut ist zumindest bei den Gästen auf der Tanzfläche nichts zu spüren. Im grellen Licht der Laser zappeln sie dicht gedrängt wie in Trance zu den Beats. Und auch bei Club-Chef Erik Ludwig will sich noch keine Trauer einstellen: "Zurzeit bin ich mit so vielen Dingen beschäftigt, da bleibt erst einmal keine Zeit dafür. Am Montag, wenn der Stress vorbei ist, wird das sicherlich anders aussehen", schreit er gegen die Musik an.

Schließlich sei das Tribehouse zwischen den vielen anderen Gastro- und Eventprojekten immer sein Baby gewesen. "Wir haben Höhen und Tiefen erlebt. Es gab Zeiten da standen wir am Wochenende mit 150 Gästen da", erinnert er sich. Mit seinen Partnern Frank Klement und Bayram Avucu habe er sich mehrmals neu erfinden müssen. Und das werde unter der Marke Tribehouse auch in anderen Locations weitergeführt.

An diesem Abend wird Ludwig von seinen Stammgästen in die Nacht begleitet. In 14 Jahren sind viele Freundschaften entstanden. "Das Tribehouse war für viele ein Wohnzimmer. Einige Gäste, DJs und Mitarbeiter sind mit uns den gesamten Weg gegangen. Jetzt geht eine Nightlife-Ära zu Ende", sagt Ludwig.

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