Seit 2011 lagen die Stadt Dormagen und die Allards im Clinch. Die Denkmalbehörde entschied zu Gunsten der Gastwirte.

Seit 2011 lagen die Stadt Dormagen und die Allards im Clinch. Die Denkmalbehörde entschied zu Gunsten der Gastwirte.
Diese Terrassen-Konstruktion hatte der Stadt Dormagen trotz vorheriger Genehmigung missfallen.

Diese Terrassen-Konstruktion hatte der Stadt Dormagen trotz vorheriger Genehmigung missfallen.

Bart und Monika Allard dürfen die Terrasse vor dem „Volksgarten“ in Zons wieder aufbauen.

Allard, Bild 1 von 2

Diese Terrassen-Konstruktion hatte der Stadt Dormagen trotz vorheriger Genehmigung missfallen.

Zons. Das Restaurant „Volksgarten“ vor dem Rheintor eröffnet seinen Terrassenbetrieb wieder. Die speziell für den Standort angefertigte Podestkonstruktion darf dauerhaft wieder aufgebaut werden. Das ist nicht nur eine erfreuliche Nachricht für alle Zons-Besucher; es ist auch der Triumph der Inhaber Bart und Marion Allard über die Willkür der Behörden.

Oberste Denkmalbehörde hatte keine Bedenken

Jahrelang hatte das Ehepaar mit der Stadt und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) darum gerungen, ob die Terrasse den Blick auf das denkmalgeschützte Rheintor störe. Zuletzt riefen die Allards im April 2015 sogar den Petitionsausschuss des Landtags an. Die vom Ausschuss eingeschaltete Oberste Denkmalbehörde kam jetzt zu dem Schluss, „dass die geplante Maßnahme die visuelle Integrität des Gesamtensembles bei Einhaltung bestimmter – mit der Stadt Dormagen abzustimmender - Details nicht negativ beeinflussen wird, sondern – ohne jahreszeitliche Begrenzung – im Gegenteil, vielmehr zur räumlichen Integrität beitragen wird“.

Damit sind den Allards die Sorgen um die Zukunft ihres Betriebes genommen. „Es ist ein gutes Gefühl, wir haben wieder richtig Lust auf das Geschäft“, sagte Bart Allard. Eine unglückliche Rolle spielt in dem gesamten Vorgang die Stadtverwaltung. Der damalige Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann hatte dem Ehepaar Allard im März 2011 schriftlich versichert, es bestünden nach Rücksprache mit dem seinerzeit städtischen Denkmalschutzbeauftragten Jürgen Waldeck „aus Sicht des Denkmalschutzes keinerlei Bedenken, wenn Sie eine Terrassenfläche mit dem Bodendielen-System ,terrafina‘ erstellen“.

Die Allards nahmen Hoffmanns Brief als Startsignal und investieren 70 000 Euro in eine farblich zum Kopfsteinpflaster passende Konstruktion samt notwendiger Zusatzarbeiten. „Telefonisch hatte uns die Stadt bestätigt, dass wir nach diesem Brief keine weiteren Genehmigungen einholen müssen“, erinnert sich Marion Allard. Der Schock kommt im September 2011 in Form eines städtischen Schreibens, das den Abbau der Terrasse während der Wintermonate fordert. „Davon war nie die Rede gewesen, denn das wäre völlig unwirtschaftlich. Auf- und Abbau und Lagerung kosten 12 000 Euro pro Jahr“, blickt Bart Allard zurück.

„Wir haben unseren Betrieb in Gefahr gesehen.“

Marion Allard, Mitinhaberin des Restaurants „Zum Volksgarten“

Warum die vom Bürgermeister gegebene Zusage nur wenige Monate später von der Verwaltung wieder einkassiert wurde, das weiß er bis heute nicht. Die Gastwirte strengten ein Eilverfahren bei Gericht an, worin festgestellt wurde, dass „die Terrasse vom Kläger nicht beseitigt werden muss“. Nun aber versagt die Stadtverwaltung die für die betreffende Fläche erforderliche Sondernutzungsgenehmigung. „Wir haben viel Umsatz verloren und unseren Betrieb in Gefahr gesehen, denn die Terrasse ist für uns ein wichtiges Verkaufsargument“, so Marion Allard.

Doch Ende gut, alles gut: Nach der Schlichtung durch den Petitionsausschuss wird die Terrasse wieder aufgebaut werden. Rund einen Meter schmaler als zuvor und nur mit niedrigem Bewuchs, so will es der Kompromiss, den die Stadt auf Anfrage bestätigt.

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