Die schwerbehinderte Seniorin ist auf den Festnetzanschluss angewiesen.

Die schwerbehinderte Seniorin ist auf den Festnetzanschluss angewiesen.
Drei Wochen lang konnte Gabriele Welter (vorne) wegen eines Systemfehlers der Telekom nicht telefonieren. Ihre Nachbarn Ulrike Bürger und Hans-Dieter Clemens halfen der Seniorin.

Drei Wochen lang konnte Gabriele Welter (vorne) wegen eines Systemfehlers der Telekom nicht telefonieren. Ihre Nachbarn Ulrike Bürger und Hans-Dieter Clemens halfen der Seniorin.

Lothar Berns

Drei Wochen lang konnte Gabriele Welter (vorne) wegen eines Systemfehlers der Telekom nicht telefonieren. Ihre Nachbarn Ulrike Bürger und Hans-Dieter Clemens halfen der Seniorin.

Büttgen. Gabriele Welter kann es kaum glauben. Nach gut drei Wochen die erlösenden Worte: „Im Laufe des Tages soll der Anschluss wieder funktionstüchtig sein“, schrieb gestern ein Sprecher der Telekom. Denn die Büttgenerin war gut drei Wochen ohne Festnetzanschluss.

Gabriele Welter telefoniert analog. Das reicht ihr, mehr will sie nicht, aber weniger auch nicht. Denn sie ist schwerbehindert und auf die Hilfe anderer angewiesen. Und die erreicht sie übers Telefon. Besonders bemüht um die alte Dame sind ihre Nachbarn Hans-Dieter Clemens und Ulrike Bürger. Und die standen ihr jetzt auch zur Seite, als sie nach einem Anruf der Telekom Mitte Oktober, dessen Inhalt sie nicht mehr nachvollziehen kann, plötzlich einen neuen Vertrag für einen DSL-Anschluss abgeschlossen haben sollte.

„Leider haben wir den Anschluss durch einen Systemfehler irrtümlicherweise abgeschaltet.“

Telekom-Sprecher

„So ein Quatsch“, sagt Hans-Dieter Clemens. „Wofür sollte sie den denn nutzen?“ Der neue Vertrag wurde ihr am 19. Oktober zugeschickt, darin die Umstellung für den 27. Oktober angekündigt. Clemens half seiner Nachbarin dabei, einen Widerruf zu verfassen – fristgerecht. Die Folge: Am 27. Oktober wurde zwar nichts um-, dafür aber abgestellt. Und fortan konnte die Seniorin nicht mehr telefonieren. Clemens sprach daraufhin mit der Telekom. „Eine Dame sagte mir zu, den Vertrag zu stornieren“, sagt er. Mehrere Tage vergingen, nichts geschah. Er rief ein weiteres Mal bei der Telekom an, sprach mit einem Mann, dem das Widerruf-Schreiben vorlag und der ihm die Rückführung des Vertrags und das Freischalten des Telefons zusicherte. Nichts passierte.

Erst Wochen später kam von einem Unternehmenssprecher, der sich zunächst „ausdrücklich für die Unannehmlichkeiten“ entschuldigte, folgende Antwort: „Leider haben wir den Anschluss nach der fristgerechten Stornierung des Auftrages durch einen Systemfehler irrtümlicherweise abgeschaltet. Im Laufe des heutigen Tages soll dieser wieder funktionstüchtig sein.“ Gabriele Welter, äußert sich Hans-Dieter Clemens, sei sprachlos – allerdings nicht nur vor Freude darüber, dass sie wieder telefonieren könne, sondern auch deshalb, weil sie so enttäuscht sei über das Verhalten der Telekom, die sie so lange ohne Anschluss gelassen hat.

Eine Gutschrift für den Zeitraum des Ausfalls sowie einen Blumenstrauß als kleine Wiedergutmachung soll es übrigens ebenfalls geben.

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