Die Mitarbeiter des Umweltamtes bauten die Behausung selbst.

Die Mitarbeiter des Umweltamtes bauten die Behausung selbst.
Im Rathaus flattern die Tauben schon ein und aus. Um sie an den Schlag zu gewöhnen, ließ die Stadt sie gezielt dort brüten.

Im Rathaus flattern die Tauben schon ein und aus. Um sie an den Schlag zu gewöhnen, ließ die Stadt sie gezielt dort brüten.

Andreas Woitschützke

Im Rathaus flattern die Tauben schon ein und aus. Um sie an den Schlag zu gewöhnen, ließ die Stadt sie gezielt dort brüten.

Neuss. Ganz oben im Rathaus gurrt’s, denn dort gibt es neue Bewohner, und täglich werden es mehr. Bis jetzt 25 Tauben haben unterm Dach ein Zuhause gefunden. Das Domizil ist der erste Taubenschlag in der Innenstadt, der dafür sorgen soll, dass die Population der Tiere zurückgeht. 400 bis 600 Stadttauben sollen nach Schätzungen der Verwaltung in Neuss leben. Und die sind nicht nur laut, sondern hinterlassen auch unschöne Spuren – sehr zum Ärger vieler Neusser.

Für die Betreuung der Tiere hatte die Verwaltung eine Mitarbeiterin eingestellt, Gwendolin Wonneberger. Die hatte Mitte Dezember einige Tauben eingefangen, damit sie sich einleben, brüten und als Lockvogel für ihre Artgenossen dienen. Ein erster Bruterfolg ist nötig, damit die Vögel das neue Heim anerkennen und bleiben. Danach werden die Eier durch Attrappen ausgetauscht und so die Population eingedämmt. „Seit der Inbetriebnahme wurden neun Eier gegen Kunsteier ausgetauscht“, sagt Stadtsprecher Tobias Spange. Das sehen die Verantwortlichen bereits als Erfolg – der weitaus größere Teil flattert immer noch obdachlos durch die City. Doch nicht mehr lange. Denn auch die beiden weiteren Taubenhäuser sollen bald eröffnet werden. Das Haus am Hafenbecken 1 steht bereits, von Mitarbeitern des Umweltamtes in Eigenregie gefertigt. Kosten: 1674 Euro (Rathaus 1311 Euro).

Auch die neuen Schläge sollen mit Locktauben bevölkert werden

Mitte März sollen Tauben eingefangen und an die Unterkunft gewöhnt werden, sagt Spange. Auch sie dürfen dann erst einmal richtige Eier ausbrüten, bevor sie Attrappen anwärmen. Dass das Haus zwar schon fertig, aber noch nicht bezugsfertig sei, habe mit dem Hochwasser zu tun, erklärt der Stadtsprecher. „Es muss erst richtig trocken werden.“

Haus Nummer 3 ist bestellt und soll noch im Februar geliefert werden (Kosten: 7286 Euro). Anfang Januar, so Spange, wurde die Fläche zwischen den Gleisen, auf der das Domizil am Bahnhof errichtet wird, gerodet, eingeebnet, zum Teil mit Gehwegplatten belegt und eingezäunt (Kosten: 3290 Euro). Bereits jetzt würden die Tiere dort angefüttert, damit sie wiederkommen. „Die derzeitigen Niststätten in den Arkaden der Unterführung Further Straße werden, nachdem seit dem 9. Februar die Zustimmung der Deutschen Bahn vorliegt, sukzessive aufgelöst“, erklärt Tobias Spange.

Dabei würden zuerst die Eigelege durch Kunsteier ersetzt und, sofern die Nester nicht mehr belegt sind, komplett entfernt. Sobald das dritte Haus aufgebaut ist, werden wieder Locktauben eingefangen und eingewöhnt. Anschließend wird es – wie die beiden anderen – auch für die freilebenden Tauben geöffnet.

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