Jungen und Mädchen aus Gemeinden der Innenstadt kamen ins Rathaus.

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Sternsingerlieder ertönten Donnerstag im Rathaus, links der stellvertretende Bürgermeister Thomas Nickel.

Sternsingerlieder ertönten Donnerstag im Rathaus, links der stellvertretende Bürgermeister Thomas Nickel.

Maximiliane schrieb mit Hilfe die Segensbuchstaben an die Wand.

Ingel, Bild 1 von 2

Sternsingerlieder ertönten Donnerstag im Rathaus, links der stellvertretende Bürgermeister Thomas Nickel.

Neuss. Mit Krone, Stern und goldenem Umhang wartet Karolin an der Treppe zum Rathaus, kein bisschen aufgeregt. Sie ist erst fünf Jahre alt, und doch schon Routinier beim Sternsinger-Treff am Markt: Im dritten Jahr ist sie als Sternsingerin aktiv, erzählt ihre Mutter.

So versammeln sie sich auch am Donnerstag wieder, bevor sie durch die Straßen der Stadt ziehen, im Rathausfoyer. Jungen und Mädchen aus den Innenstadt-Gemeinden, die stellvertretend für fast 1000 Kinder aus den 52 Pfarreien des Kreisdekanats ihren ge-sungenen Gruß ins Rathaus bringen. Begleitet werden sie von Müttern, Betreuern und Oberpfarrer Guido Assmann, es empfängt sie der stellvertretende Bürgermeister Thomas Nickel.

„Wir kommen daher aus dem Morgenland“

Paula, Lukas und Cosima, Anna oder Maximiliane brauchen keine Textzettel. „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ singen sie selbstbewusst und kein bisschen schief, alle gekrönt, die Kleinste schwenkt den Umhang. Aus dem Morgenland, wie die Heiligen Drei Könige. „Die kamen am 6. Januar zur Krippe und wussten, da liegt Jesus“, erklärt Paula. „Und brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe“, ergänzt Florian.

„Man kann gut helfen, auch wenn man sich gar nicht kennt.“

Oberpfarrer Assmann

„Willkommen im Rathaus“, sagt Thomas Nickel, und wünscht den kleinen Sängern, dass sie in den kommenden Tagen auf offene Türen, offene Herzen und offene Geldbörsen stoßen. Er selbst spendet auch, für die Stadt. Der Oberpfarrer erinnert an den Zweck der Aktion: Gesammelt wird für Kinder in Tansania. „Man kann gut helfen, auch wenn man sich gar nicht kennt“, sagt er.

Paula jedenfalls ist auf Fragen vorbereitet. „Wenn jemand wissen will, wofür das Geld ist: Das geht an Kinder in Afrika. Die sind arm, und nur manche gehen in den Kindergarten. Und die meisten haben gar kein gutes Wasser.“ Noch ein Lied, und es geht vor die Tür.

Maximiliane, vier Jahre alt und die Kleinste im Kreis der Sternsinger, hat die Kreide schon fest in der Hand. Marie-Helene hilft auf der Leiter und führt auch die Hand beim Schreiben. Und dann sind die Buchstaben C, M und B auch für das Jahr 2013 wieder auf die Rathausfassade geschrieben. Nicht Caspar, Melchior und Balthasar und sind damit benannt, sondern die Segensbitte „Christus mansionem benedicat“: Christus segne dieses Haus.

„In einer Zeit, in der viele nur auf sich selber achten, ist die Sternsingeraktion ein eindrucksvolles Zeugnis der Kinder, die ihre Zeit und Kraft einsetzen, um Gleichaltrigen in Tansania zu helfen. Das verdient unser aller Respekt und unseren Dank,“ sagt Kreisdechant Guido Assmann. Bei der „größten Solidaritätsaktion Deutschlands“, wie Thomas Nickel die Initiative nennt, kamen im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 42 Millionen Euro zusammen.

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