Die von Sturm Ela im Juni 2014 verursachten Schäden sind zum Großteil behoben worden. Bis der Wald annähernd wie damals aussieht, vergehen noch 30 bis 40 Jahre.

Die von Sturm Ela im Juni 2014 verursachten Schäden sind zum Großteil behoben worden. Bis der Wald annähernd wie damals aussieht, vergehen noch 30 bis 40 Jahre.
Stadtförster Frank Wadenpohl überprüft einen der neuen jungen Bäume. Diese müssen besonders geschützt werden, damit sich der Stadtwald entwickeln kann.

Stadtförster Frank Wadenpohl überprüft einen der neuen jungen Bäume. Diese müssen besonders geschützt werden, damit sich der Stadtwald entwickeln kann.

Lothar Berns

Stadtförster Frank Wadenpohl überprüft einen der neuen jungen Bäume. Diese müssen besonders geschützt werden, damit sich der Stadtwald entwickeln kann.

Grevenbroich. Etwa 25 000 Bäume sind nach dem verheerenden Orkan Ela im Stadtwald neu gepflanzt worden. Der größte Teil der im Juni 2014 entstandenen Schäden konnte mittlerweile behoben werden. „In einigen Teilbereichen gibt es zwar noch viel zu tun – aber so langsam kommen wir auf einen grünen Zweig“, sagt Stadtförster Frank Wadenpohl. Bis der Wald wieder annähernd so aussieht, wie er vor dem großen Sturm einmal war, werden aber noch 30 bis 40 Jahre vergehen.

„Es wurden für die Region typische Bäume gesetzt – etwa Flatterulme, Waldkirsche, Stiel- und Traubeneiche, Esskastanie, Hainbuche und Winterlinde.“

Frank Wadenpohl, Stadtförster

Der Orkan war mit 140 km/h durch den Forst gefegt. Er fällte vor allem mächtige Pappeln, die wiederum in Jungwaldbestände kippten und dort große Schäden anrichteten. Knapp 10 000 Festmeter Holz lagen binnen kürzester Zeit auf dem Boden. „So viel, wie wir innerhalb von zehn Jahren im Wald schlagen“, schildert Wadenpohl. Nach den Aufräumarbeiten konnte mit Hilfe von EU-Fördergeldern, aber auch mit vielen privaten Spenden die Aufforstung beginnen.

„Es wurden für die Region typische Bäume gesetzt – etwa Flatterulme, Waldkirsche, Stiel- und Traubeneiche, Esskastanie, Hainbuche und Winterlinde“, berichtet der Stadtförster: „Ein breites, gut durchmischtes Spektrum.“

Jetzt gilt es für ihn und die Forstkolonne, die jungen Pflanzen zu schützen – vor allem vor Rehen. Das Problem: „Weil immer mehr Hundebesitzer ihre Tiere frei im Wald herumlaufen lassen, verharrt das Rehwild in den Jungbaumbeständen und richtet dort Schäden an. Zurzeit stellen wir sehr viel Wildverbiss an diesen Pflanzen fest“, sagt Wadenpohl.

Die meisten Waldwege wurden wiederhergestellt

Zudem haben es die Forstarbeiter derzeit häufig mit Spätfolgen des Sturms zu tun. Weil es die hohen Pappeln nach Ela größtenteils nicht mehr gibt, haben viele Fichten – etwa am Orkener Türling – einen Sonnenbrand erlitten, die Rinden sind aufgeplatzt. „Dort gehen Schädlinge wie Buchdrucker und Kupferstecher rein und schädigen die Bäume zusätzlich“, berichtet der Stadtförster. Die Folge: Nach den Böen in den vergangenen Wochen kippten mehrere gesundheitlich angeschlagene Fichten in die neu aufgeforsteten Flächen. Die Stämme müssen nun behutsam entfernt werden.

Die Waldwege sind größtenteils wiederhergestellt worden. „Den Weg im Türling, der entlang der Erft führt, müssen wir noch intensiv nachbessern“, sagt Frank Wadenpohl. Vor dem Beginn der Fahrrad-Saison will er mit seinen Leuten diese Arbeit geschafft haben. Überhaupt zollt der Stadtförster seiner Kolonne ein großes Lob: „Die Jungs haben nicht nur freiwillig Überstunden geschoben, sondern auch unter lebensbedrohlichen Verhältnissen gearbeitet.“ Einer seiner Kollegen sei bei den Aufräumarbeiten so schwer verletzt worden, dass er im Sommer bereits zum dritten Mal operiert werden müsse.

Die großen Schäden, die Ela im Tiergehege verursachte, sind alle behoben worden. Weil dort junge Bäume gepflanzt wurden, sieht der Park noch recht kahl aus. „Das ist aber nur eine Frage der Zeit“, sagt Frank Wadenpohl: „Spätestens in zehn Jahren haben wir dort wieder ein richtig grünes Bild.“

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