Turm am Theodor-Heuss- Platz ist stark verschmutzt.

Das Kunstwerk am Theodor-Heuss-Platz ist immer wieder von Taubendreck und Exkrementen verschmutzt.
Das Kunstwerk am Theodor-Heuss-Platz ist immer wieder von Taubendreck und Exkrementen verschmutzt.

Das Kunstwerk am Theodor-Heuss-Platz ist immer wieder von Taubendreck und Exkrementen verschmutzt.

Marc Ingel

Das Kunstwerk am Theodor-Heuss-Platz ist immer wieder von Taubendreck und Exkrementen verschmutzt.

Neuss. Das 1985 von der Künstlergruppe Haus-Rucker entworfene und von der Deutschen Post aufgestellte Kunstwerk am Theodor-Heuss-Platz hat schon bessere Zeiten gesehen. Die dunklen Holzplanken des Turms sind schmutzig, Tauben haben sich auf und in dem Kunstwerk angesiedelt. Der Boden im Inneren ist kaum begehbar – überall Taubendreck und Exkremente. Schon seit längerer Zeit beklagen Bürger und Stadt den Zustand des Turms. Verantwortlich für die Instandhaltung ist die Deutsche Post. Die arbeitet zurzeit an einer Lösung des Problems.

„ . . . stets in sauberem und ordnungsgemäßen Zustand zu halten.“

Verpflichtung der Post laut Vertrag

„Die letzte Reinigung war im November. Aber dadurch, dass der Turm offen ist, kommen immer wieder Tauben rein und beschmutzen das Kunstwerk“, sagt Achim Gahr, Sprecher der Deutschen Post.

Als die Post in den 80er Jahren das Werk auf städtischem Grundstück direkt neben ihrem Hauptgebäude aufstellen ließ, unterschrieben sie und die Stadt einen Gestattungsvertrag. In Paragraf 5 ist dort geregelt, dass die Post sich verpflichtet „die Großplastik stets in einem sauberen und ordnungsgemäßen Zustand zu halten“.

Obwohl die Post das Gebäude neben dem Turm im April 2008 an eine amerikanische Immobilienfirma verkaufte, ist das Kunstwerk noch Eigentum der Post. Der Pflicht, es zu säubern, ist das Unternehmen jedoch nicht ausreichend nachgekommen: Im August schrieb Kulturdezernentin Christiane Zangs einen Brief an die Post, um sie auf die Verschmutzung der Plastik aufmerksam zu machen. Sogar von einer eventuellen Gesundheitsgefahr war dort die Rede.

Am 24. November ließ die Post den Turm fachgerecht und gründlich reinigen. Dennoch ist das Kunstwerk heute erneut in einem erbärmlichen Zustand. „Wir suchen eine dauerhafte Lösung und haben auch schon mit den damaligen Künstlern gesprochen“, erklärt Gahr.

Hohe Kosten bei dauerhafter Lösung

Denkbar sei, die Holzplanken zu erneuern und oberhalb des Turms einen ständigen Taubenschutz einzurichten. Außerdem plane man, die Plastik im unteren Bereich so zu verändern, dass sie nicht mehr begehbar sei. „Der Turm soll aber weiterhin als Kunstwerk erkennbar sein“, sagt Gahr. In diesem Jahr wolle man das Problem angehen. Wenn alles gut liefe, könne man in der ersten Jahreshälfte mit einer Lösung rechnen.

„Das Kunstwerk lädt natürlich dazu ein, dass sich Tauben darin aufhalten. Reinigungen bringen da nur kurzzeitig etwas“, bestätigt Günter Schädlich, stellvertretender Leiter des Kulturamtes Neuss. Auch er ist für eine dauerhafte Lösung, weist jedoch auch auf die hohen Kosten hin. Die Post habe einen Kostenvoranschlag eingereicht, in dem von mindestens 30 000 Euro die Rede sei. „Als Eigentümer müsste die Post diese Kosten übernehmen. Bei der überlegt man jedoch momentan noch, wie man das finanzieren kann“, erklärt Schädlich.

Künstler schlägt durchsichtiges Gitter vor

Richtig glücklich ist auch Manfred Ortner mit der möglichen Lösung nicht. Er ist einer der Künstler, die den Turm 1985 im Rahmen eines Wettbewerbs entworfen haben. „Das Kunstwerk ist nur so lange toll, wie man es pflegt. Wenn man das nicht macht, muss leider eine andere Lösung her“, sagt er. Für ihn käme ein durchsichtiges Gitter im unteren Bereich oder sogar eine Glasvitrine in Frage, die den Turm für Tauben und Besucher absperrt.

„Eigentlich widerspricht das dem Grundgedanken des Kunstwerks“, sagt Ortner. Die Großplastik habe eigentlich zwei Schichten: zum einen die äußere, „ruppige“ Schicht mit Holzplatten, die die Nähe zum Hafen und zur Industrie betone, und zum anderen die innere, lichtdurchflutete Ebene, die zur Kommunikation einlade. „Es tut mir schon leid um das Kunstwerk. Aber in Zeiten knapper Kassen scheint es nicht anders zu gehen“, sagt Ortner resignierend.

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