Trotz des Trends sind auch Brettspiele weiter beliebt.

Neuss. Bei vielen Familien ist es schon ganz alltäglich: der Gebrauch von Konsolen und Videospielen oder Games auf dem Computer, Tablet oder Smartphone. Trotzdem verstauben die klassischen Brettspiele nicht in der Ecke.

Games sind im Trend – das sagen die Verkaufszahlen. Den Trend hat auch die Stadtbibliothek am Neumarkt in Neuss erkannt und zieht mit einer Spielecke mit. Seit drei Jahren gibt es in der Bibliothek bereits Videospiele zum Ausleihen. Ab heute wird es eine Playstation und eine Xbox in der „Spielunke“ geben. Für Eva Müller ist das Spielen mit Konsolen definitiv als „Kulturgut“ anzusehen. Jeder Dritte hätte eine Konsole zu Hause. „Die Kulturtechnik des Spielens ändert sich dadurch nicht“, sagt sie. „Eine Bibliothek muss einem geändertem Freizeitbild nachkommen“, so Müller. Sie ist sich sicher, dass dadurch die klassischen Spiele nicht verschwinden werden.

Auch ihr Kollege Sebastian Stratmann ist davon überzeugt. Er hat selbst eine Xbox. Spielen sei nämlich nicht nur was für die Kleinsten, selbst für Senioren wären die Konsolen was.

Konsolen will die Bibliothek auch aus finanziellen Gründen anbieten. „Eine Playstation und die dazugehörigen Spiele sind sehr teuer“, sagt Müller. „Die Bibliothek will eine Möglichkeit, unabhängig von finanziellen Mitteln bieten.“

Beide Mitarbeiter sind sich einig: Brettspiele sind nicht aus der Mode, vor allem bei Treffen mit Freunden oder der Familie spielen sie immer noch eine große Rolle. Die Familie kommt vor allem an Feiertagen zusammen. „Zu Weihnachten und Ostern verkaufen sich die Brettspiele immer gut“ , sagt Thomas Kriegel, Abteilungsleiter Spielwaren bei Galeria Kaufhof. Sein 13-jähriger Sohn würde hingegen auch lieber mit der Konsole spielen.

„Meine vierjährige Tochter spielt beides“, sagt Sabine Eichorn-Kraa, Personalchefin bei Galeria Kaufhof in Neuss. „Wir spielen viele klassische Brettspiele wie Memory mit ihr, aber ab und zu darf sie auch am Tablet etwas ausprobieren.“ Die junge Mutter findet es wichtig, dass die Kinder auch mit den neuen Medien aufwachsen.

Dafür gibt es Kindersicherungen an den Geräten, bei der PlayStation 4 oder Xbox One können neben Kindersicherung und Timer, sogar Accounts erstellt werden, die beschränken, welches Familienmitglied, auf welchen Inhalte zugreifen kann, erklärt eine Sprecherin des Neusser Saturns.

Dass Großeltern oder Eltern mit den Kindern spielen, ist nicht mehr selbstverständlich, merken vor allem die Lehrer. „Viele Kinder kommen zum ersten Mal in der Schule damit in Kontakt“, sagt Elisabeth Hüls, Schulleiterin der Gebrüder-Grimm-Schule in Erfttal. „Wenn die Kinder jedoch in Kontakt damit kommen, gefällt es ihnen richtig gut.“

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