Kapazitätensind bald ausgeschöpft.

Dormagen. Die Stadt hält den Bau eines zentralen Wohnheims für Flüchtlinge für möglich und sinnvoll, wenn der Zustrom stärker wird. Das ist eine Botschaft, die Wiljo Katers, Leiter des Bereichs Soziales Wohnen im Rathaus, den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses vermittelte. Aktuell sind es 313 Menschen, „ein Stand, wie wir ihn im Jahr 2000 schon einmal hatten“, so Katers. Zum Vergleich: 2011 waren es nur 61 Flüchtlinge. Das Gros kommt aus Krisen- und Armutsgebieten wie Syrien, Mazedonien, Nigeria oder dem Kosovo.

Wohnungsmarkt eher auf Familien zugeschnitten

Katers nannte Strukturzahlen: Die Mehrheit der Flüchtlinge (189) ist zwischen 19 und 40 Jahre alt, 51 sind bis Fünfjährige, 177 der 313 Flüchtlinge sind Männer. Single-Männer (70) sind auf dem Wohnungsmarkt deutlich schwieriger zu vermitteln, „weil die Wohnungssituation in der Stadt eher auf Familien zugeschnitten ist“. Elf Wohnungen hat die Stadt angemietet, eine weitere kommt in dieser Woche hinzu. Drei Unterkünfte an der Elsa-Brändström-, Gabriel- und Rheinfelder Straße sind die relevanten Unterbringungen.

Zahl der Obdachlosen auf historischem Tief

„Die Kapazitäten dort sind nahezu ausgeschöpft.“ Dabei sind die nächsten Flüchtlinge vom Land schon angekündigt: zehn Flüchtlinge aus Syrien, Mazedonien und Irak. Bei der Dormagener Baugenossenschaft sollen acht Wohnungen angemietet werden, weitere sollen stadtweit folgen. Laut Katers ermittelt das Land täglich einen neuen Zuweisungsschlüssel für die Kommunen, die unter anderem von Größe der Stadt und deren Wirtschaftskraft abhängt.

Dagegen hat die Zahl der Obdachlosen mit 23 ein historisches Tief erreicht (2011: 90). Aber keine Entwarnung: 16 Haushalte ständen „auf der Kippe“, vor dem Abrutschen in die Obdachlosigkeit. Obdachlose und Flüchtlinge konnten auch gemeinsam untergebracht werden. „Es ist wichtig, für ethnisch vertretbare Unterbringungen zu sorgen.“ schum

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