Nach dem Unfall „Am Hammerwerk“ möchte UWG-Fraktionschef Windler, dass über die Sicherheit nachgedacht wird.

Nach dem Unfall „Am Hammerwerk“ möchte UWG-Fraktionschef Windler, dass über die Sicherheit nachgedacht wird.
Am Tag nach dem Unfall misst die Polizei die Fahrbahn aus. Ein Junge war von einem Auto erfasst worden.

Am Tag nach dem Unfall misst die Polizei die Fahrbahn aus. Ein Junge war von einem Auto erfasst worden.

Dieter Staniek

Am Tag nach dem Unfall misst die Polizei die Fahrbahn aus. Ein Junge war von einem Auto erfasst worden.

Grevenbroich. Carl Windler war Augenzeuge des schweren Unfalls in der vergangenen Woche. Ein fast zwei Jahre altes Kind lief plötzlich auf die Straße „Am Hammerwerk“ und wurde von einem Auto erfasst. Der kleine Junge erlitt schwere Verletzungen. „Sicherlich war hierbei nicht überhöhte Geschwindigkeit im Spiel – und auch ein Verschulden des Autofahrers ist nicht zu erkennen“, sagt der Vorsitzende der UWG-Fraktion: „Dennoch bin ich der Meinung, dass wir über die Sicherheit auf dieser stark frequentierten Straße noch einmal genau nachdenken müssen.“ In einem Antrag für die nächste Ratssitzung hat er die Stadtverwaltung aufgefordert, die Verkehrssituation am Hammerwerk zu überprüfen.

„Selbst Leute, die gut zu Fuß sind, schaffen es nicht, die Fahrbahn in einem Rutsch zu überqueren.“

Carl Windler, UWG-Fraktionschef

Nach Ansicht von Carl Windler, der entlang der Einkaufs-Straße arbeitet, wird vor allem nach dem Ausbau der Fahrbahn viel zu schnell gefahren. Darüber hinaus würden Fußgänger häufig die neuen Querungshilfen nicht nutzen, oftmals komme es zu gefährlichen Situationen. „Generell wird dort zu wenig Rücksicht aufeinander genommen“, meint Windler.

Um weitere Unfälle zu verhindern, solle die Stadt nun das Verhalten der Verkehrsteilnehmer am Hammerwerk überprüfen – und gegebenenfalls die daraus abzuleitenden verkehrsregelnden Maßnahmen ergreifen. Carl Windler regt an, über Tempo 30 nachzudenken, ebenso über Zebrastreifen, die Fußgänger sicherer über die um drei auf zehneinhalb Meter verbreiterte Straße führen sollen. „Selbst Leute, die gut zu Fuß sind, schaffen es nicht, die Fahrbahn in einem Rutsch zu überqueren“, sagt der Fraktionschef. Nach Ansicht der UWG soll die Stadt als eine erste Maßnahme ihren Radarwagen am Hammerwerk einsetzen und Geschwindigkeits-Kontrollen vornehmen.

In zwei Etappen hatte die Stadt die vielbefahrene Straße seit Herbst 2014 ausbauen lassen. Im Sommer 2015 wurde sie fertiggestellt. Die Verbreiterung sollte für mehr Sicherheit sorgen. Unter anderem wurden zusätzliche Abbiegespuren und Fußgängerüberwege eingebaut.

Zuvor war es am „Hammerwerk“ immer wieder zu Unfällen gekommen: „Insgesamt 13“, sagt Polizei-Sprecherin Diane Drawe, „gab es in den vergangenen drei Jahren“. Fünf 2013, drei 2014, vier 2015 und den tragischen Vorfall am vergangenen Donnerstag.

Ursache, sagt Drawe, seien in erster Linie Fehler beim Abbiegen – vor allem von Kundenparkplätzen – gewesen, nicht überhöhte Geschwindigkeit. Als „Unfallhäufungsstelle“ bezeichnet die Polizei die Straße „Am Hammerwerk“ nicht.

Von den Anliegern wird die Verkehrssituation derweil unterschiedlich wahrgenommen. Ina Gerresheim vom Autozentrum Gerresheim ist zufrieden: „Durch die Verbreiterung der Fahrbahn ist es hier deutlich sicherer geworden“, sagt sie. Johnny Tran hingegen, der in einem Fitness-Center am Hammerwerk arbeitet, an der Rheydter Straße wohnt und den Weg zur Arbeit täglich zu Fuß absolviert, warnt: „Ich hab’ im Berufsverkehr schon die ein oder andere brenzlige Situation beobachtet.“

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