Zentrale Kita soll berufstätigen Eltern unter die Arme greifen.

Zentrale Kita soll berufstätigen Eltern unter die Arme greifen.
Die Stadt führt mit dem Lukas– und dem Johanna-Etienne-Krankenhaus Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit.

Die Stadt führt mit dem Lukas– und dem Johanna-Etienne-Krankenhaus Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit.

dpa

Die Stadt führt mit dem Lukas– und dem Johanna-Etienne-Krankenhaus Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit.

Neuss. Die Stadt Neuss führt Gespräche mit dem Lukas- sowie dem Johanna-Etienne-Krankenhaus über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Einrichtung von Randzeitenbetreuung in Kindertagesstätten. Das bestätigte Jugend- und Sozialdezernent Ralf Hörsken im Jugendhilfeausschuss. Bis zum Jahresende soll es weitere Gespräche geben. Dabei geht es zum einen um den bestehenden Bedarf. Dieser soll zudem in Kooperation mit den Trägern in den bestehenden Kitas bei Eltern abgefragt werden. Zum anderen geht es darum zu ermitteln, welche Kooperation mit den beiden Krankenhäusern möglich ist – von der Einführung einer Betriebskita bis hin zu erforderlichen Belegplätzen in Regelkitas. „Wir reden dabei über unterschiedliche Modelle, zum Teil auch mit ganz anderen Öffnungszeiten“, erklärte Hörsken. In der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses will er „Zahlen, Daten und Fakten“ vorlegen.

Partnerschaften mit den Krankenhäusern vorstellbar

Mit der Einführung flexibler Betreuungszeiten sollen sogenannte Randzeiten besser abgedeckt und berufstätige Eltern entlastet werden. Damit soll ein Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet werden. Gerade bei den großen Krankenhäusern, die im Schichtbetrieb arbeiten, ist der Bedarf groß. „Sie müssen häufig um Personal kämpfen – und darum, es zu behalten“, meint Hörsken. Ein Betreuungsangebot für Kinder sei, auch mit Blick auf Alleinerziehende, dabei ein Faustpfand, mit dem eine Klinik im Wettbewerb durchaus Vorzüge vorweisen könne.

Von den rund 6000 Betreuungen vor Schuleintritt bestehen in Neuss laut Jugendamt weniger als ein Prozent in Randzeiten. Es gehe daher um etwa 50 Fälle von Tagespflege in Randzeiten, die drei bis zwölf durchschnittliche Wochenstunden abdecken. Zwar sei der Bedarf an Randzeiten in der Quirinus-Stadt für einzelne Familien ein wichtiges Thema, es stelle aber bei der Vermittlung von Betreuungsplätzen kein zentrales Problem beim Jugendamt und den Trägern der Kindertagesstätten dar.

Mit den Gesprächen setzt die Stadtverwaltung jetzt einen Vorstoß von CDU und den Grünen um. Die Koalition hatte das Thema Randzeitenbetreuung im März in den Jugendhilfeausschuss eingebracht, das Gremium erteilte daraufhin den Arbeitsauftrag. Thomas Kaumanns, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, wünscht sich etwas mehr Tempo in der Angelegenheit und möchte auch die Frage beantwortet haben, wie ein Betreuungsangebot möglichst wohnortnah angeboten werden könne. „Es muss für die Eltern eine auch gut erreichbare Lösung gefunden werden“, sagt er. Allerdings favorisiert die Verwaltung eine Lösung mit einer zentralen Kita mit erweiterten Rahmenöffnungszeiten bei entsprechendem Bedarf. Für entsprechende Angebote an mehreren Standorten gebe es vermutlich zu wenig Bedarf.

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