Im Schnitt steigen die Kosten für ein Grab um neun Prozent. Es ist die erste Erhöhung seit 2005.

Nach Jahren mit Defiziten kassiert die Stadt bei den Hinterbliebenen nun stärker ab.  Karikatur: Schwarze-Blanke
Nach Jahren mit Defiziten kassiert die Stadt bei den Hinterbliebenen nun stärker ab. Karikatur: Schwarze-Blanke

Nach Jahren mit Defiziten kassiert die Stadt bei den Hinterbliebenen nun stärker ab. Karikatur: Schwarze-Blanke

Nach Jahren mit Defiziten kassiert die Stadt bei den Hinterbliebenen nun stärker ab. Karikatur: Schwarze-Blanke

Neuss. Die Gebühren für die städtischen Friedhöfe steigen zum 1. April. Es ist die erste Erhöhung seit dem Jahr 2005.

Mit dieser Maßnahme war zu rechnen gewesen. Denn die Verwaltung brachte aufgrund einer chaotischen Buchführung über Jahre keine Schlussrechnungen zustande und häufte als Konsequenz aus diesem Wirrwarr Defizite an. Diese mussten zum Teil aus der allgemeinen Rücklage ausgeglichen werden. Vor diesem Hintergrund nennt Umweltdezernent Matthias Welpmann die Erhöhung moderat. „Wir bleiben mit durchschnittlich neun Prozent höheren Gebühren im einstelligen Bereich“, sagt Welpmann, der dem Umweltausschuss das neue Gebührenmodell vorstellen wird.

Eine weitere Änderung im Sommer ist möglich

Aber das ist noch nicht das Ende vom Lied. In gleicher Sitzung am 7. März (17 Uhr im Ratssaal) legt die Friedhofsverwaltung dem Umweltausschuss nämlich auch eine Prognose vor, die zwar etwas beschönigend „Erfolgsplan“ heißt, aber bis 2020 Jahr für Jahr ein Minus erwarten lässt. 61 500 Euro sollen es in diesem Jahr sein, 37 700 Euro am Ende des Vier-Jahres-Zeitraumes. Weil Defizite in einem Gebührenhaushalt nicht gehen, sondern innerhalb von vier Jahren auszugleichen sind, muss die Verwaltung da also noch einmal ran. Das soll im Sommer passieren, sagt Welpmann.

Ab sofort werden auch pflegefreie Rasengräber angeboten

Für ihn ist aber nicht ausgemacht, dass danach noch einmal an den Gebühren gedreht wird. Es gebe auch andere Stellschrauben und Optimierungsansätze. Beispiel: In den muslimischen Gemeinden soll werbend darauf hingewiesen werden, dass es auf kommunalen Friedhöfen eigene Gräberfelder für Angehörige dieses Glaubens gibt. Das soll die Einnahmeseite stärken.

Ein anderes Beispiel wurde in das nun vorliegende Gebührenmodell schon eingearbeitet. Ab sofort werden auch pflegefreie Rasengräber angeboten: für Urnen-, aber auch für Erdbestattungen. Grabplatten sind Pflicht, damit ein anderer Eindruck entsteht als bei den anonymen Gräberfeldern. Die Bestatter hätten eine große Nachfrage für Rasengräber bestätigt, sagt Welpmann, der damit die Hoffnung verbindet, Erdbestattungen wieder attraktiver machen zu können.

Mit neuen Angeboten geht eine neue Gebührenordnung einher. Viele Leistungen, die bisher gesondert in Rechnung gestellt werden, gehen nun in Komplettpaketen auf. Das erschwert zwar eine Vergleichbarkeit der Tarife, gibt Welpmann zu. Doch die Bestatter, die die Beisetzungsmodalitäten mit den Hinterbliebenen regeln, hätten das Bemühen um Übersichtlichkeit befürwortet.

Erkannt hat die Verwaltung ferner, dass sich viele Trauergemeinden nicht mehr in der (zu buchenden) Friedhofskapelle treffen. Ihnen bietet sie eine „Naturtrauerhalle“ unter freiem Himmel an.

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