Nach der Sanierung ist die Figur zurück an ihrem angestammten Platz.

Cornelia Pastohr und Hermann-Josef Weuthen mit St. Josef.
Cornelia Pastohr und Hermann-Josef Weuthen mit St. Josef.

Cornelia Pastohr und Hermann-Josef Weuthen mit St. Josef.

Cornelia Pastohr und Hermann-Josef Weuthen mit St. Josef.

Lothar Berns, Bild 1 von 2

Cornelia Pastohr und Hermann-Josef Weuthen mit St. Josef.

Neuss. Er schaukelte spektakulär, stand dann aber fest: Seit gestern blickt die Josefsfigur wieder allen mit mildem Lächeln entgegen, die vom Glockhammer in die Münsterstraße einbiegen – und den Blick nach oben wenden. Die Rückkehr des Heiligen in seine Nische im gotischen Treppengiebel markiert das Ende der Fassadensanierung des denkmalgeschützten Hauses Nummer vier. „Ich bin schon sehr stolz“, gestand Steinbildhauerein Cornelia Pastohr, obwohl sie gestern „nur“ darauf zu achten hatte, dass die Blickrichtung der Figur dem Original entspricht.

Gut sind dem Heiligen die Jahre in seiner Nische nicht bekommen. Das konnten auch die elf Farbschichten nicht kaschieren, die Pastohr von dieser gegossenen Tonfigur abknibbeln musste – eine sogar mit Blattgold. „Der halbe Kopf und eine Schulter fehlte, der Lidbogen über dem Auge war ausgebrochen“, zählt Pastohr nur die größten Schäden auf. Die hat sie in monatelanger Kleinarbeit ausgebessert und ergänzt und – weil der Heilige sonst arg fleckig ausgesehen hätte – unter einem Schutzanstrich in einem Anstrich in warmem Terrakottaton „versteckt“.

Für sie als Handwerkerin sei dieser Auftrag ein Traum gewesen, erklärt Pastohr, für Hausbesitzer Josef Stappen war die Renovierung nie eine Frage. Lob spendet auch Stadtarchivar Jens Metzdorf dem Gesamtvorhaben. „Es ist eine „große Freude zu sehen, mit welcher Sorgfalt und Mühe Sie die Sanierung dieses wunderbaren historischen Hauses angehen“, schrieb Metzdorf, der vor allem gebeten worden war, die Person des Heiligen eindeutig zu stimmen. Sein Urteil war klar: Es ist eine Josefsdarstellung, wie sie im 19. Jahrhundert im Rheinland beliebt und verbreitet war.

Die Baugeschichte des Haus Nummer vier, in dem um 1900 der Quirinuslied-Komponist und Architekt der Further Josephs-Kirche Julius Busch lebte, reicht aber weiter zurück. Mit Baubeginn Anfang des Jahres wurden im Keller des Hauses Fundamente und Tuffsteinmauern aus dem 13. Jahrhundert gefunden. Im März 2017 soll auch der Innenausbau abgeschlossen sein, so dass die Versicherungsmakler von Remy+Nauen dort einziehen können.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer