Im Internat Knechtsteden sind gerade zwei Elite-Soldaten aus den USA stationiert.

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Christian Hentschel hat den Kontakt zu den US-Soldaten bei einer Reise vor drei Jahren hergestellt.

Christian Hentschel hat den Kontakt zu den US-Soldaten bei einer Reise vor drei Jahren hergestellt.

Uli Engers

Christian Hentschel hat den Kontakt zu den US-Soldaten bei einer Reise vor drei Jahren hergestellt.

Dormagen. Sie sind Absolventen von West Point, der berühmtesten Militärschule der USA im Bundesstaat New York. Für ein halbes Jahr sind Jonathan Harmeling (24) und Kieth Fine (23) nach Dormagen abkommandiert - zum Handballspielen.

"Auch sie haben Angst, in den Krieg ziehen zu müssen."

Christian Hentschel, Leiter des Sportinternats, über die US-Soldaten in Knechtsteden.

"Damit sind sie offiziell Berufssoldaten, aber eben nicht in einer kämpfenden Einheit", sagt Christian Hentschel (31), Leiter des Sportinternats Knechtsteden, in dem die beiden US-Soldaten trainieren. "Eigentlich hätte auch noch eine US-Soldatin kommen sollen, doch die wurde einige Tage vor ihrer Abreise in den Irak geschickt", sagt Hentschel. Schon das zeigt, wie groß der Unterschied zwischen den US-Sportlern und den Spielern von Bayer Dormagen ist, in deren Mannschaft die Amerikaner mitspielen.

"Genau das ist aber die Chance dieses Austauschs. Hier haben die Soldaten nicht nur sportlich große Möglichkeiten, auch meine Spieler können viel aus der Begegnung mitnehmen. Vor allem kulturell", sagt der 31-Jährige. Der Unterschied zwischen den Berufssoldaten und den Dormagener Spielern sei dabei "schon sehr deutlich", sagt Hentschel.

"Sie sind schon härter im Nehmen"

"Sie sind einfach härter, das merkt man schon. Nicht spielerisch besser, aber schmerzunempfindlicher." Für ihn sei es immer spannend, wenn sich mit der Zeit Gespräche zwischen dem Soldaten und seinen Spielern entwickeln. "Dann merkt man schnell, das auch die US-Soldaten nicht hinter allen Entscheidungen stehen. Dass sie Angst haben, in den Krieg zu ziehen".

Für viele in der Bayer-Mannschaft sei es eben schwer vorstellbar, dass diese zwei Amerikaner beide schon im Einsatz waren. "Dass diese unglaublich netten Jungs mit der Waffe in der Hand durch Dörfer gerannt sind, dass sie...", Hentschel will den Satz nicht zu Ende bringen.

Faszinierend sei für Hentschel, dass die US-Soldaten "unendlich stolz" darauf seien, West-Point Absolventen zu sein. "Ich meine, seien wir mal ganz ehrlich, das ist für sie eine Jobgarantie als Sportler. Sie müssen halt nur überleben - denn jederzeit kann es auch in einen Kampfeinsatz gehen."

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