Heute können Männer alles nur noch falsch machen – das meint Ingolf Lück und erntet viele Lacher.

Grevenbroich. Frank Wagner ist ein Urgestein von Mann. So einer, der morgens an seinen Socken riecht und mit mit einem wohlwollenden "geht doch noch" für tragfähig befindet. Ein Experte für Dichtungsringe von Saftmaschinen und sonst nichts, der sich seiner eigenen Unzulänglichkeit bewusst ist und in Dieter, dem einfühlsamen Frauenversteher, ein Feindbild gefunden hat.

"So einer wie der weiß sogar die Anwort auf typische Frauenfragen wie ,Welche Farbe hat der Klang einer Trompete?´ Und dann antwortet der: ,Ein leichtes Lindgrün mit einer Nuance von Zitronengelb’!" In der fast ausverkauften Aula des Pascal-Gymnasiums zeigte Kabarettist und Schauspieler Ingolf Lück in seiner Parodie "One Way Man", mit welchen Problemen sich der moderne Mann auseinanderzusetzen hat. Und riss damit das Publikum beinahe von den Stühlen.

Der heutige Mann könne eigentlich alles nur falsch machen. Denn hat er sich erstmal einer neuen Situation angepasst, krönen die Frauenmagazine einen anderen Typ zum Helden. Heute den weinerlichen Softie, morgen den knallharten Macho, übermorgen den angepassten Emo. So einen wie Dieter eben, den "menschgewordenen November". Und so wird "One Way Man" zu einer "One Man Show", denn Lück ist nicht nur der auf einer Parkbank nach durchzechter Nacht erwachende Frank Wagner, sondern nahtlos auch gleichzeitig dessen Chef, der ihn hinauswirft, dessen Noch-Freundin Marion, die ihm die Beziehung aufkündigt und natürlich auch Dieter, der auf alles eine Anwort weiß.

Nicht alle Themen, die Lück schonungslos anpackt, lassen Gelächter durch die Aula hallen. Mitunter herrscht auch betretenes Schweigen, wenn er einen verklärten Blick zurück in die 80er Jahre wirft, in denen für die große Liebe noch umständlich Musikkassetten aufgenommen wurden. "Heute wird ein Album in drei Sekunden auf das Handy downgeloaded." Und nur allzu wahr erscheint es, wenn Lück erklärt, dass der Mann oder der Mensch im Allgemeinen immer spezieller sein muss, um noch bestehen zu können. Und so mit der Zeit nur noch ein Spezialist für Belangloses sei, anstatt das Große und Ganze zu überblicken. Dadurch immer weniger den Mut finde, zu seinen Gefühlen zu stehen: "Hochspezialisierte Einwegflaschen." Solche Männer wüssten auch nicht mehr, dass Grevenbroich "Grevenbrohch" ausgesprochen würde. Und da hatte Lück dann doch wieder die Lacher auf seiner Seite.

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