Die Partei hat den Arbeitskreis Sport verlassen und will anderen Weg gehen. Die anderen Fraktionen lehnen das ab und haben im Arbeitskreis ohne SPD getagt.

Streit
Nicht immer läuft in der Sportpolitik alles so rund wie in der Rhönrad-Abteilung der TG Neuss. Archiv

Nicht immer läuft in der Sportpolitik alles so rund wie in der Rhönrad-Abteilung der TG Neuss. Archiv

Woitschützke

Nicht immer läuft in der Sportpolitik alles so rund wie in der Rhönrad-Abteilung der TG Neuss. Archiv

Neuss. Die SPD hat sich aus der Sportpolitik verabschiedet. Nichts anderes als das bedeutet nach Ansicht des Sportausschuss-Vorsitzenden Rolf Knipprath (CDU) die Entscheidung der SPD-Fraktion, ihre Vertreter aus der Arbeitsgruppe Sportentwicklung abzuziehen und statt dessen einen „Neusser Sportgipfel“ zu fordern.

Fordern könne sie den, sagt Knipprath, aber auf diesem Gipfel werde die SPD alleine bleiben. Die Arbeitsgruppe habe in der Vorwoche ohne SPD getagt und sei rasch zu Ergebnissen gekommen, die nun den Sportausschuss in einer Sondersitzung am 12. August beschäftigen werden.

Die SPD beklagt intransparente Hinterzimmerpolitik

Der Stadtsportverband, den sich die SPD als Moderator ihres „Gipfels“ wünscht, war nach Angaben seines Vorsitzenden Wilhelm Fuchs immer ein Verfechter des Arbeitskreises, den der SPD-Fraktionsvorsitzende Arno Jansen als „Geheimgremium ohne echte Beschlusskompetenz“ verteufelt. Und Fuchs hält ihn weiter für das bessere Instrument, um einem Sportentwicklungskonzept näher zu kommen. Der Sportausschuss sei dafür zu groß – und zu öffentlich. „Man muss auch mal querdenken können“, sagt er.

Diese Linie markiert den Konflikt zwischen der SPD und allen anderen Fraktionen, Stadtsportverband eingeschlossen. Während Jansen und seine SPD auf eine „intransparente Hinterzimmerpolitik“ schimpfen und argwöhnen, die Arbeitsgruppe solle nur genutzt werden, um „dringend benötigte Investitionen in die Sportinfrastruktur auf die lange Bank zu schieben“, will Knipprath in dieser Runde „schwierige Entscheidungen gut vorbereiten“. Ohne dass jeder Denkansatz gleich hinausposaunt und zerredet wird.

Sportentwicklungsplan soll Perspektive für 20 Jahre geben

Knipprath weiß, wovon er spricht, denn der Arbeitskreis ist schon der dritte, der einen Sportentwicklungsplan zustande bringen soll. Der Plan soll eine Perspektive für die nächsten 15 bis 20 Jahre eröffnen, Antwort auf die Frage geben, welche Bewegungsangebote in einer alternden Gesellschaft sinnvoll sind, aber auch, wie die Sportinfrastruktur anzupassen ist. Eine neue Turnhalle muss her, sagt Knipprath – aber wohin? „Welche Sportanlage bekommt einen Kunstrasenplatz?“, nennt Sportdezernent Stefan Hahn einen zweiten Reibungspunkt mit den Vereinen.

Der Arbeitskreis hat externen Sachverständigen ausgesucht

„Ärger bekommen wir eh. Wenn wir aber nur den Vereinsvorsitzenden nachlaufen, kommen wir nicht weiter“, sagt Knipprath.

In diese Debatte will sich die Politik nicht ohne die professionelle Begleitung eines Sachverständigenbüros begeben. Das wurde im Arbeitskreis ausgesucht und soll im nächsten Sportausschuss beauftragt werden. Man sei gespannt, sagt Fuchs, „was die SPD dann macht“.

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