Im Kampf um das Direktmandat in der Stadt Neuss wird ein spannendes Duell zwischen Jansen und Geerlings erwartet.

Im Kampf um das Direktmandat in der Stadt Neuss wird ein spannendes Duell zwischen Jansen und Geerlings erwartet.
So sieht der obere Teil des Stimmzettels in Neuss aus.

So sieht der obere Teil des Stimmzettels in Neuss aus.

Red

So sieht der obere Teil des Stimmzettels in Neuss aus.

Neuss/Rhein-Kreis. Eines steht fest: Uwe Welsink hat morgen Grund zum Feiern. Der Landtagskandidat der Grünen im Wahlkreis Neuss vollendet nämlich sein 58. Lebensjahr. Ob auch das Wahlergebnis für ihn und seine im Umfragetief steckende Partei ein Grund zum Jubeln sein wird, weiß Welsink nach 18 Uhr, wenn in Neuss wie überall im Land die Wahllokale schließen.

109 515 Neusser sind aufgerufen darüber abzustimmen, welcher Politiker als Direktkandidat im Landtag Politik für NRW und für seine Stadt gestalten darf und wie dieses Abgeordnetenhaus zusammengesetzt sein soll. Gut 18 500 Männer und Frauen gaben bis gestern Abend schon ihre Stimme per Briefwahl ab. Das waren mehr Briefwähler als bei der Landtagswahl 2012. Damals wählten 17 700 diesen Weg der Stimmabgabe.

Die Parteien gehen heute noch einmal auf Stimmenfang

Das Gros der Stimmen wird aber zwischen 8 und 18 Uhr in den 91 Wahllokalen abgegeben werden – hoffentlich. Denn bei den beiden vergangenen Landtagswahlen lag die Wahlbeteiligung nur bei etwas mehr als 57 Prozent.

Welsink gehört zu den acht Bewerbern um das Direktmandat für Neuss. Die anderen sind Arno Jansen (SPD), Jörg Geerlings (CDU), Michael Fielenbach (FDP), Lukas Lamla (Piraten), Kirsten Eickler (Linke), Michael Schilder (AfD) und Klaus Brall (Zentrum). Die Entscheidung dürfte in dem mit Spannung erwarteten Duell zwischen Geerlings und Jansen fallen.

In einigen Städten werden die Ergebnisse öffentlich präsentiert

Geerlings, der mit seiner Frau in diesen Tagen auch die Geburt der ersten Tochter erwartet, kandidiert bereits zum dritten Mal für den Landtag. 2010 konnte er mit 45,6 Prozent der Stimmen das Mandat für die CDU sichern. Bei den vorgezogenen Wahlen nur zwei Jahre später verlor er es mit 36,2 Prozent der Stimmen allerdings an Reiner Breuer von der SPD. Nur 274 Stimmen machten damals den Unterschied aus. Breuer gab sein Landtagsmandat vorzeitig auf, als er die Bürgermeisterwahl gewann. So tritt für die Partei nun der Jansen an.

Beide Parteien und ihre Spitzenkandidaten wollen heute noch versuchen, mit den noch unentschlossenen Wählern ins Gespräch zu kommen. Die SPD lädt ab 13 Uhr an der Niederstraße zu einer Gratiswurst an ihrem Stand ein, während in Sichtweite dazu die CDU am Konvent ein Familienfest organisiert.

Gewählt wird dann morgen. Dabei sind ein paar Regeln einzuhalten. Wer zum Beispiel vorhat, den ausgefüllten Stimmzettel zu fotografieren und etwa über Facebook ins Internet zu stellen, muss wissen, dass das vom Landeswahlleiter nicht ausdrücklich verboten wurde – aber das Wahlgeheimnis verletzen könnte. Man lässt es also besser.

Womit man sein Kreuzchen macht, ist im Landeswahlgesetz nicht geregelt – es dürfte also auch ein Lippenstift benutzt werden. Ein Kreuzchen aber sollte es sein. Denn die Stimmabgabe muss eindeutig sein. Weil der Wählerwille eindeutig zum Ausruck kommt, wenn im Kreis neben einem Kandidaten oder einer der 31 zugelassenen Parteien und Wählergemeinschaften ein „Ja“ steht, wäre auch das gültig. Ein Smiley dagegen nicht. Diese Frage wurde schon vor Gericht geklärt.

Wer wählt, muss das alleine tun. Will jemand seine Kinder mit in die Wahlkabine nehmen, könnte das der Wahlvorstand unterbinden – was wohl eher nicht geschehen wird. Wer jedoch nicht lesen oder den Stimmzettel nicht alleine ausfüllen kann, darf sich helfen lassen.

Eine Ergebnispräsentation ab 18 Uhr im Rathaus gibt es in Neuss nicht – im Gegensatz zu Kaarst (Clubraum III im Bürgerhaus) und Dormagen (Ratssaal im Neuen Rathaus). In Grevenbroich werden Ergebnisse im Kreishaus präsentiert.

Die letzten drei Städte gehören allerdings zu anderen Wahlkreisen. Kaarst zählt zum Wahlkreis 46, genauso wie Meerbusch, Jüchen und Korschenbroich. Dort haben Lutz Lienenkämper (CDU) und Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD) die größten Chancen auf das Direktmandat. Außerdem treten Oliver Keymis (Bündnis 90/Die Grünen), Simon Kell (FDP), Johann-Albrecht Lenkait (Die Linke), Christof Rausch (AfD) und Markus Wetzler (Piraten) an.

Im Wahlkreis 45, zu dem neben Dormagen und Grevenbroich auch Rommerskirchen zählt, läuft es auf einen Zweikampf zwischen Rainer Thiel (SPD) und Heike Troles (CDU) hinaus. Außerdem treten für das Direktmandat Hans-Christian Markert (Grüne), Karlheinz Meyer (FDP), Hans-Joachim Woitzik (Zentrum), Anne Rappard (Linke) und Jürgen Heuchling (AfD) an.

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