Das Globe zeigt die romantische Komödie „Wie es euch gefällt“ – in ungarischer Sprache und mit Untertiteln.

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Auf der wunderschön naiv gestalteten Bühne wechseln Szenen und Musik rasend schnell.

Auf der wunderschön naiv gestalteten Bühne wechseln Szenen und Musik rasend schnell.

Veranstalter

Auf der wunderschön naiv gestalteten Bühne wechseln Szenen und Musik rasend schnell.

Neuss. Narr Probstein zieht sich das Wangenrot nach, der trunksüchtige Friedrich klimpert ein wenig auf den Tasten der Orgel. Zwei Männer, die wie gelangweilte Kinder an einem Sommerferiennachmittag wirken.

Der Narr hält das Publikum zur Stille an, schlägt dann die Becken gegeneinander, um Shakespeares "Wie es euch gefällt" mit lautem Scheppern zu eröffnen. Was folgt, ist ein mitreißendes Stück, in dem Szenenbilder und Musik ebenso rasant wechseln, wie sich die Liebespaare finden.

Die Zuschauer vergessen schnell, der Übersetzung zu folgen

Die Bühne ist immer bevölkert und wie in einem Wimmelbild stößt der Zuschauer beim Betrachten der Szenen pausenlos auf neue Details: kleine, kindliche oder derbe Nebensächlichkeiten wie die bloße Rückseite, die eine Schauspielerin dem Publikum durchs Fenster der Burg entgegenstreckt, während die Protagonisten agieren.

"Ahogy Tetszik" lautet der Titel des Stücks im Original, eine Koproduktion des Gyula Burgtheaters, des Ungarischen Nationaltheaters Beregszász (Ukraine) und des Csokonai Theater Debrecen. Die Schauspieler sprechen ungarisch, die Übersetzung flimmert unter der Decke. Die Besucher vergessen schnell, ihr zu folgen. Zu viel könnten sie verpassen. Zuschauen und Spaß haben, darum geht es.

Das wunderschön naiv gestaltete Bühnenbild lässt das wilde Spiel zu. Die Fenster der hölzernen Burg lassen sich öffnen, mit einer Drehung wird die Burg zum Wald, in dem die Liebenden nach Verbannung und Flucht zueinander finden. Auf dem drehenden Untergrund durchläuft der Narr zu einem Song von Tom Waits die sieben Lebensalter, beenden die Schauspieler mit einem wilden Tanz den zweiten Akt.

Das Stück schließt so ruhig, wie es begonnen hat. Der Herzog spricht ein Machtwort und zwischen Laken fallen die letzten Masken. Zurück bleiben eine vom Rausch verwüstete Bühne und ein hingerissenes Publikum.

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