Junges Ensemble aus Berlin zeigt einen kurzweiligen Macbeth

Macbeth (Felix von Bredow) ist König – und triumphiert mit Lady Macbeth (Jennifer Wjertzoch).
Macbeth (Felix von Bredow) ist König – und triumphiert mit Lady Macbeth (Jennifer Wjertzoch).

Macbeth (Felix von Bredow) ist König – und triumphiert mit Lady Macbeth (Jennifer Wjertzoch).

Markus Krüger

Macbeth (Felix von Bredow) ist König – und triumphiert mit Lady Macbeth (Jennifer Wjertzoch).

Neuss. Fair is foul and foul is fair – die Drohung der Hexen nehmen die vier jungen Schauspieler des bat-Schauspieltheaters (Ernst Busch-Hochschule) aus Berlin zum Leitbild ihres Spiels. Im Globe-Theater kündigen sie zu Beginn der Macbeth-Inszenierung dem Zuschauer an, was kommt. Nichts muss sein, was es zu sein scheint, ebenso gilt das Gegenteil. Mit ihrer kurzen und kurzweiligen Interpretation der Shakes-peare-Tragödie setzte das Quartett ein markantes Zeichen im Festival-Programm.

In einem Kraftakt übernehmen die jungen Schauspieler die Rollen der wesentlichen Akteure. So gibt Felix von Bredow den Macbeth wie auch Macduff, wechselt die Rolle wie die dazugehörige Jacke – oder in der Schlussszene des Kampfes desjenigen, „den kein Weib gebar“, lediglich durch minimale Positionswechsel.

Wie er zeigen auch Moritz Schulte (Banquo, Seaton), Tino Hildebrand (Duncan, Malcolm) und Jennifer Wjertzoch (Lady Macbeth, Lady Macduff) beachtliche Leistungen. Die Inszenierung nimmt an Fahrt auf, klug werden graue, verschiebbare Container mit steilen Rampen auf sonst leerer Bühne als Kulisse eingesetzt.

Timm Tonndorf setzt in seiner Inszenierung auf Dramatik und Zerrissenheit seiner Figuren, scheut aber auch vor Klamauk und Brüchen („Was laberst Du denn da?“) nicht zurück. Erfrischend die Szene, in der Macbeth und seine Lady ihren Triumph feiern: zu den Klängen von „See me, feel me“ aus Tommy geradezu besoffen vor Glück. Umso drastischer fallen die Kontraste zur weiteren Entwicklung aus. Und auch die Bankettszene, in der Macbeth vom Geist des ermordeten Banquo verfolgt wird, setzt Tonndorf mit einem Spiel im Spiel originell um. Der Tyrann wirkt menschlich.

Em Ende wiederholen die Schauspieler erschöpft die Anfangsszene. Fair ist foul and foul is fair – mit dem Schluss: Angst ist Angst und Angst ist Angst. Sie erhalten reichlich Beifall.
www.shakespeare-festival.de

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