600 Läufer waren am Start. Mit einer Sekunde Vorsprung schlug Boris Giesen den Schotten Nikki Johnstone.

silvesterlauf
Kurz nach dem Start sind die beiden Favoriten bereits vorn: Nikki Johnstone (295) und Boris Giesen (513).

Kurz nach dem Start sind die beiden Favoriten bereits vorn: Nikki Johnstone (295) und Boris Giesen (513).

Kurz nach dem Start sind die beiden Favoriten bereits vorn: Nikki Johnstone (295) und Boris Giesen (513).

Franke, Bild 1 von 2

Kurz nach dem Start sind die beiden Favoriten bereits vorn: Nikki Johnstone (295) und Boris Giesen (513).

Neuss. Der zweite Uedesheimer Silvesterlauf wurde zu einem echten Lauf-Event. Nicht nur die 600 Läufer, sondern wie befürchtet noch etwa 2000 Besucher verstopften das Gelände um die Rheinterrassen. Da kamen auch die Busse der Linie 851 nicht mehr durch. Der einzige Polizist am Rheintor kam aus dem Winken und Lenken der Volksmassen nicht mehr raus, bewies aber freundliche Engelsgeduld.

Kalter Wind auf dem Deich

Die ursprüngliche Startzeit um 12 Uhr war schon vorüber, als die Läufer noch ihre Startplätze am Rheinufer einnahmen. Dass die letzten schon mit den Fersen im Rhein gestanden hätten, war ein gut gemeintes Gerücht, denn die 600 Läufer passten so eben noch hinter das Rheintor, wo die elektronischen Start- und Ziel-Anlagen aufgebaut worden waren. Mit leichter Verzögerung ging es los, stürmten die Favoriten gleich in Richtung Norf davon, um auf dem Rückweg auf dem Rheindeich den kalten Silvester-Gegenwind zu spüren.

„Der war hart“, so der 29-jährige schottische Lehrer der Internationalen Schule Neuss am Rhein (ISR), Nikki Johnstone, der zu gern gewonnen hätte, aber im 36-jährigen Boris Giesen seinen Bezwinger fand. Das war abzusehen, denn der Geilenkirchener ist Deutscher Marathonlauf-Meister der Klasse M 35 und hat den Marathon (42,2 km) schon in sehr schnellen 2.21 Stunden geschafft.

Nikki Johnstone dagegen betreibt erst seit anderthalb Jahren den Laufsport ernsthaft. Er staunte am Ende mächtig über seine schnelle Zeit von 30:59 Minuten, die er eine Sekunde hinter Boris Giesen geschafft hatte. „Schade, dass die Streckenlänge wohl nicht stimmt“, so Johnstone, der auf seiner GPS-Uhr nur 9,6 Kilometer ausgewiesen bekam.

Das war wohl der einzige Schönheitsfehler bei der vom Uedesheimer Laufenthusiasten Simon Kohler sehr gut organisierten Veranstaltung. Kohler hatte noch in allerletzter Minute dieses Neusser Laufevent beim Leichtathletik Verband Nordrhein angemeldet und den Lauf-amtlichen Segen (sogar in Rot) im Kalender des Verbandes bekommen.

Allerdings ließ sich über Weihnachten nicht auch noch ein amtlicher Streckenvermesser nach Uedesheim schicken. Das wird Simon Kohler für die dritte Veranstaltung 2014 sicherlich nachholen, kostet es doch nur etwa 100 Euro, ein solches Vermessungsprotokoll und die exakte Streckenlänge (für die Bestenlisten) zu erhalten.

Besonders begeistert waren die vielen Hobbyläufer, die lautstark angefeuert von ihrem zahlreichen Anhang vorwärts getrieben wurden. Manche Besucher hatten es sich am Glühweinstand gemütlich gemacht, andere standen mutig auf dem Rheindeich im Wind, von dem aus man die beste Übersicht hatte.

Und so mancher Läufer, dem es nicht mehr gelungen war, ins ausgebuchte Starterfeld zu kommen, rannte ohne Startnummer im Feld mit. Niemand hinderte sie daran, nur in der Computerwertung tauchen ihre Namen natürlich nicht auf, denn sie hatten nicht den obligatorischen Chip im Schuh.

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