Der Kapellener Fußball-Oberligist spielt gegen Schwarz-Weiß Essen. Im Training hat das Team Aggressivität aufgebaut.

Der Kapellener Fußball-Oberligist spielt gegen Schwarz-Weiß Essen. Im Training hat das Team Aggressivität aufgebaut.
Die Kapellener um Manu Ioannidis (r.) treffen heute auf einen direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Kapellener um Manu Ioannidis (r.) treffen heute auf einen direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Lothar Berns

Die Kapellener um Manu Ioannidis (r.) treffen heute auf einen direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Kapellen. Der ETB SW aus Essen war durchaus mal eine große Nummer, feierte 1959 mit dem Gewinn des DFB-Pokals seinen größten Erfolg und nahm 1967 sogar an der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga teil. Doch für den SC Kapellen ist der Ende 2012 zwischenzeitlich mal zahlungsunfähige Traditionsverein heute (14.30 Uhr, Erftstadion) vor allem eines: ein direkter Konkurrent um den Klassenverbleib in der Oberliga Niederrhein.

Nur drei Punkte trennen den SCK auf Rang elf von den Schwarz-Weißen (ein Spiel weniger), die als Tabellen-14. den letzten noch sicheren Rang besetzen. Der ETB, hinter Rot-Weiss und dem Liga-Konkurrenten SpVg Schonnebeck aktuell nur noch die Nummer drei in Essen, hat vier der letzten fünf Partien verloren und befindet sich damit in einem Stimmungstief.

„Du arbeitest da in einem sehr schwierigen Umfeld, da ist jetzt richtig Feuer unterm Dach.“

Toni Molina, Trainer SC Kapellen, über seinen Ex-Verein SW Essen

Wie die Atmosphäre rund ums Uhlenkrugstadion ist, kann SCK-Trainer Toni Molina sehr gut beurteilen, war er doch bis zu seiner Demission Ende April für das sportliche Geschick von Schwarz-Weiß verantwortlich: „Du arbeitest da in einem sehr schwierigen Umfeld, da ist jetzt richtig Feuer unterm Dach“, sagt Molina. So musste sich der junge Coach Damian Apfeld (30) gerade erst von Gerd Krausenbaum (im August als Zweiter Vorsitzender des ETB zurückgetreten) auf der Facebook-Seite des ETB vorwerfen lassen, den Verein als Experimentierfeld zu benutzen. Während Essens Pressesprecher Axel Schulten sich stellvertretend für den Vorstand von den Äußerungen des ehemaligen Vorstandsmitglieds distanzierte, verweigerte Apfeld jede öffentliche Reaktion „auf in sozialen Netzwerken kommunizierte Dinge.“

Die Probleme des Kontrahenten seien hausgemacht, findet Molina, und keineswegs das Ergebnis einer mangelhaften personellen Ausstattung. Im Gegenteil: „Das ist eine Topmannschaft“, sagt er. Im bislang siebenmal erfolgreichen Chamdin Said habe Essen etwa den besten Torjäger der Liga.

Große Stücke hält Molina auch vom regionalligaerfahrenen Ridvan Avci (Wattenscheid 09) sowie dem beim 1. FC Köln und bei Fortuna Düsseldorf ausgebildeten Fabio La Monica, „der wegen eines Schlüsselbeinbruchs lange ausgefallen war und wohl erst in der Rückrunde sein großes Potenzial abrufen wird“.

Noch mehr Spaß hat Molina allerdings an seiner Truppe, der er in der Spielpause ganz bewusst vier Tage frei gegeben hatte, „um Aggressivität und Spannung aufzubauen“. Der Plan ging auf, denn „im Training flogen wirklich die Fetzen“, sagt der Coach schmunzelnd: „Das war immer am Rande, wo es kurz davorsteht, zu kippen.“ Aber genauso wollen es er und sein Co-Trainer Wolfgang Brück haben, „denn ein gutes Training ist die Grundlage für Sonntag“.

Seine Jungs haben das verstanden. Molina: „Ich mache das ja schon ein paar Jahre, und ich muss sagen: Diese Mannschaft, die gibt wirklich Gas.“ Gut möglich, dass er gegen Essen den Akteuren vertraut, die zuletzt mit dem 4:2 in Fischeln die Serie von sechs sieglosen Spielen in Folge beendeten.

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