Gabi Seifert musste in Neurath für Flüchtlinge Platz machen.

Gabi Seifert musste in Neurath für Flüchtlinge Platz machen.
Gabi Seifert (r.) von der Schwimmschule dankte Ute Köhler (l.) und Klaus Calvis vom TV Jahn Kapellen. Hallenleiterin Iris Bohle half auch mit.

Gabi Seifert (r.) von der Schwimmschule dankte Ute Köhler (l.) und Klaus Calvis vom TV Jahn Kapellen. Hallenleiterin Iris Bohle half auch mit.

Berns

Gabi Seifert (r.) von der Schwimmschule dankte Ute Köhler (l.) und Klaus Calvis vom TV Jahn Kapellen. Hallenleiterin Iris Bohle half auch mit.

Grevenbroich. Auf einmal stand Gabi Seifert ohne einen Ort da, an dem sie ihre Schwimmschüler unterrichten konnte. 80 Flüchtlinge sollen in die Turnhalle an der Glück-auf-Straße einziehen, die auch ein Lehrschwimmbecken beherbergt. Eine E-Mail der Stadt informierte sie Anfang Dezember, dass sie zwei Wochen habe, um das Feld zu räumen. Eine Alternative sei ihr nicht angeboten worden – bis der TV Jahn Kapellen sein Schwimmbad in Neukirchen anbot.

Reaktionen der Eltern von Schwimmschülern sind gemischt

Seifert ist erleichtert. Schon kommenden Mittwoch will sie ihre erste Schwimmstunde in der neuen Umgebung leiten. Dass sie so schnell einen Ersatz für das Hallenbad in Neurath fand, verdanke sie vor allem zwei Menschen: Hallenleiterin Iris Bohle und Ute Köhler, Abteilungsleiterin Schwimmen im TVJ Kapellen. Bohle half bei der Suche nach einem geeigneten Ort, der Seiferts Schwimmgruppen – vor allem Kinder ab drei Jahren – die Möglichkeit zum Unterricht bieten konnte. „Es gibt wenig Schwimmhallen in der Umgebung“, stellt Seifert fest. Doch ein Anruf bei Köhler habe der 60 Jahre alten Schwimmlehrerin die Hoffnung wiedergegeben: Der Sportverein, der die Schwimmhalle an der Viehstraße betreibt, könne einmal wöchentlich zwei Bahnen entbehren. Von einem Opfer will Köhler nicht sprechen: „Sportvereine müssen kooperieren.“ Zudem erhoffe sie sich auch zusätzlichen Umsatz durch die Eltern, die ihre Kinder zu Seiferts Unterricht bringen, um selbst einige Bahnen zu schwimmen.

Ähnliches sagt auch Klaus Calvis, Vizepräsident des TVJ: „Wenn wir uns nicht helfen würden, wäre alles noch schwieriger“, sagt der 65-Jährige. Die Flüchtlingskrise und die damit verbundene Problematik der Unterbringung betreffe alle Sportvereine gleichermaßen. „Es ist unsere Aufgabe, in diesen Fällen Ersatz zu suchen“, sagt Calvis.

Kritik hat Seifert für die Stadt übrig: „So etwas teilt man nicht per E-Mail mit.“ Aber sie könne verstehen, dass die Kommunen bei der Flüchtlingsunterbringung vor einer großen Herausforderung stehen. Die Reaktionen der Eltern, die ihre Kinder nun zum Teil zehn Kilometer weiter fahren müssen, seien gemischt.

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