Ein Termin für die Schließung des Hallenbads steht fest – nicht jedoch, was nach dem Sommer aus dem Gebäude und dem Grundstück wird.

Ein Termin für die Schließung des Hallenbads steht fest – nicht jedoch, was nach dem Sommer aus dem Gebäude und dem Grundstück wird.
Klaus Calvis sorgt sich um die Zukunft des Hallenbads.

Klaus Calvis sorgt sich um die Zukunft des Hallenbads.

Woitschützke

Klaus Calvis sorgt sich um die Zukunft des Hallenbads.

Neukirchen. Für das Hallenbad an der Viehstraße gibt es eine Galgenfrist. „Bis zu den Sommerferien bleibt es in Betrieb“, sagt Klaus Calvis, Präsident des TV Jahn Kapellen als Betreiber. Eigentlich stand das Aus der Sportanlage früher an: Laut Ratsbeschluss sollte das defizitäre Bad zur Inbetriebnahme des Schlossbades zumachen. Das wäre bereits im Frühjahr.

Dass nun etwas länger in Neukirchen geschwommen werden kann, ist das Ergebnis eines „Runden Tisch“-Gesprächs. Bei dieser Diskussion um die endgültige Zukunft der Anlage, zu der eine Sauna sowie ein Fitness- und Kraftraum gehören, setzten sich Calvis, Bürgermeister Klaus Krützen, Michael Heesch als Leiter des Dezernats für Sport und Freizeit, sowie Vertreter vom Gebäudemanagement mit Club-Kollegen der SG Neukirchen zusammen. Skizziert wurden verschiedene Modelle. „Sofern kein Wunder passiert, schließen wir am 1. August ab“, sagt Calvis. Was würde dann mit der Immobilie geschehen?

Das defizitäre Hallenbad wurde von der Stadt stark subventioniert

„Es ist noch alles in der Schwebe“, moderiert Calvis mögliche Szenarien an. Dass per Crowdfunding Geldgeber gefunden würden, die den Betrieb – zuletzt bezuschusste die Stadt Grevenbroich den TV Kapellen Jahn mit 60 000 Euro pro Jahr, um die Energiekosten begleichen zu können – wieder in die schwarzen Zahlen bringen, hält Calvis für ausgeschlossen. Außer Lippenbekenntnissen von den Initiativen, die sich zum Erhalt des Bads gründen wollten, sei nichts gekommen.

„Würde ich im Lotto gewinnen, ließe ich die Anlage sanieren.“

Klaus Calvis, Präsident des TV Jahn

Der Wert des Grundstückes lässt sich „schlecht beziffern“, der Stadt würde ein Vorkaufsrecht eingeräumt – als Wohngebiet steht das Areal aber nicht zur Verfügung. Laut Calvis gebe es einen Privatmann, der die Anlage zu einem Therapiezentrum umfunktionieren möchte: „Er war bereits mit einem Architekten vor Ort.“ Allerdings herrscht derzeit Funkstille zwischen dem TV Jahn und dem möglichen Geldgeber.

Angedacht wurde in der Runde, zusammen mit der SG Neukirchen und weiteren Sportvereinen das Bad zu einer Sporthalle umzubauen. „So einfach lässt sich aus einem Hallenbad keine Trainingshalle machen“, schränkt Calvis ein. Unbeantwortet blieb auch hier die Frage nach der Finanzierung. „Würde ich im Lotto gewinnen, ließe ich die Anlage sanieren – und wir könnten sie weiterführen“, sagt der wegen der bevorstehenden Schließung „wirklich frustrierte“ Klaus Calvis.

Auch über den Abriss der Halle soll gesprochen worden sein

Denn am Runden Tisch wurden wohl auch Stimmen laut, die sich aus Sorge vorm Verfall nach der Schließung für einen Abriss ausgesprochen haben. „Wir als Stadt sind erstmal raus, weil wir nicht Besitzer der Immobilie sind“, sagt Bürgermeister Klaus Krützen. „Ganz am Anfang“ stünde man, was die künftige Nutzung angeht und man sei „immer gesprächsbereit“. Was dann wird, müsse der „TV Jahn als Eigentümer entscheiden“.

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