Der Tabellenführer der Zweiten Hallenhockey-Bundesliga kommt im Topspiel gegen Verfolger BW Köln vor 800 Zuschauern zu einem 6:6.

Die Neusser Mario Stümpel und Ivo Otto (v.r.) hielten ihren Ex-Kollegen Axel Schmitz in Schach.
Die Neusser Mario Stümpel und Ivo Otto (v.r.) hielten ihren Ex-Kollegen Axel Schmitz in Schach.

Die Neusser Mario Stümpel und Ivo Otto (v.r.) hielten ihren Ex-Kollegen Axel Schmitz in Schach.

Andreas Woitschützke

Die Neusser Mario Stümpel und Ivo Otto (v.r.) hielten ihren Ex-Kollegen Axel Schmitz in Schach.

Neuss. Das Meisterstück war das noch nicht für den HTC SW Neuss. Aber was der Tabellenführer der Zweiten Hallenhockey-Bundesliga beim 6:6 (1:5) im Topspiel gegen Blau-Weiß Köln vor 800 Zuschauern in der Stadionhalle angeboten hat, war absolut meisterlich. Wie die Mannschaft von Trainer Matthias Gräber nach einem verheerenden 0:5-Rückstand in Hälfte zwei um ihre Aufstiegschance kämpfte, verdient höchstens Respekt.

Dabei wähnten sich die Neusser bis zur 24. Minute im falschen Film: Gestützt auf ihre von Spielertrainer Jan-Marco Montag und Axel Schmitz dirigierte Betonabwehr schienen sich die Kölner munter in die Erste Bundesliga zu kontern. Fast jeder Ballverlust der konsternierten Hausherren führte prompt zu einem Gegentreffer.

Kurz vor dem Ende verwandelte Draguhn einen Siebenmeter

Schon nach 74 Sekunden brachte Luca Großmann den Tabellenzweiten aus der Domstadt in Führung. Und der 19-Jährige legte später auch noch die Treffer zum 2:0 (5. Minute) und 3:0 (12.) nach. „Das hat Köln schon überragend gemacht“, räumte Gräber anerkennend ein.

Die Gastgeber gaben offensiv erst in der zehnten Minute das erste Lebenszeichen ab, als Cedric Heimbach an Kölns Torwart Julian Wälzholz scheiterte. Kurz darauf jagte Ivo Otto den Ball bei der ersten Strafecke nur an den Pfosten (13.). Als Otto zwischen den beiden Toren von Julien Keibel zum 4:0 (20.) und 5:0 (24.) auch noch einen Siebenmeter neben das Tor setzte (21.), setzten wohl nur noch wenige auf Schwarz-Weiß.

Sebastian Draguhn aber schon: Erst verkürzte er per Siebenmeter auf 1:5 (27.). Und weil er genau wusste, dass der Spielstand vor allem das Produkt der eigenen schwachen Teamleistung war, verzichtete er danach in der Kabine auf lautstarke Kritik. „Das habe ich mir ohnehin abgewöhnt“, verriet er später schmunzelnd.

Für die Initialzündung sorgte ausgerechnet eine gründlich missratene Ecke: Bei der Hereingabe rutschte Mario Stümpel der Ball vom Schläger, doch Draguhn gelang es trotzdem irgendwie, den Ball noch zum 2:5 (34.) in den Kasten zu winden. Jetzt zeigten die Gäste, die sich laut Schmitz schon am Ziel gesehen hatten, Nerven. Draguhns Tor zum 3:5 (39.) beantwortete Großmann nach feiner Einzelleistung noch mit dem 6:3 (44.), aber in der Offensive fanden die auch kräftemäßig abbauenden Blau-Weißen im zweiten Abschnitt kaum mehr statt. Die Neusser warfen nun alles in die Waagschale und setzten den Gegner damit unter großen Stress. Draguhn mit der vierten Ecke (46.) und Cedric Heimbach in Überzahl verkürzten auf 5:6 (51.), dann verwandelte Draguhn einen Siebenmeter als direkte Folge der elften Strafecke – Köln hatte keine – 2:57 Minuten vor Schluss zum 6:6.

Das erste Spiel am Tag zuvor hatte Neuss souverän gewonnen. In Oberhausen gab es einen 14:3-Erfolg.

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