Dormagener Schulen sollen ans Glasfasernetz angebunden werden. Ein Bundesprogramm hilft bei der Finanzierung.

Dormagener Schulen sollen ans Glasfasernetz angebunden werden. Ein Bundesprogramm hilft bei der Finanzierung.
Die Schüler der Gesamtschule in Nievenheim, Julian, Benedikt, Ronja und Mona (v.l.), freuen sich über schnelles Internet.

Die Schüler der Gesamtschule in Nievenheim, Julian, Benedikt, Ronja und Mona (v.l.), freuen sich über schnelles Internet.

Andreas Woitschützke

Die Schüler der Gesamtschule in Nievenheim, Julian, Benedikt, Ronja und Mona (v.l.), freuen sich über schnelles Internet.

Dormagen. Robert Krumbein neigt nicht dazu, in Schwärmereien zu verfallen. Aber in diesem Fall formuliert der Erste Beigeordnete und Schuldezernent deutlich. „Das ist ein Quantensprung“, sagt er und freut sich auf das, was ab 2019 kommen wird: superschnelles Internet an allen Schulen. Die Grundlage dafür ist ein Bundesprogramm, das es den Kommunen erlaubt, ihre Schullandschaften mit einem Glasfasernetz zu überziehen.

Freuen sich Lehrer schon, wenn sie über Kabel 100 Mbit schnelles Internet in die Klassenräume bekommen, so nennt der IT-Experte im Rathaus, Wolfgang Zimmer, eine ganz andere Dimension, die möglich ist: „Bei der per Lichtgeschwindigkeit übertragenden Glasfaser kommen wir in Bereiche ab 1000 Mbits.“ Die Antragstellung dazu läuft gebündelt über den Rhein-Kreis Neuss.

Eigentlich sollte ein anderes Förderprogramm genutzt werden

Eigentlich lautete der Plan, aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“, schnelles (Glasfaser)Internet 2020 umzusetzen. „Für die Schulen entsteht durch die neue Entwicklung keine Verzögerung“, erläutert Zimmer. „Denn bis dahin wird der Breitbandausbau, beispielsweise durch Netcologne oder Telekom, abgeschlossen sein. Da mache ein Glasfaserausbau jetzt keinen Sinn, wenn der über das neue Förderprogramm ohnehin komme.

An der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule ist dies bereits der Fall, an der St. Nikolaus-Grundschule und an der Friedrich-von-Saarwerden-Grundschule ebenso. Laut Stadt befinden sich die Christoph-Rensing-Schule und die Theodor-von-Angerhausen-Schule „in der Warteschleife“.

Eine interessante Frage stellt sich im Zusammenhang mit der Glasfaser-Perspektive: Mit den Kosten für die Verlegung der Leitungen in die Schulen hat die Stadt nichts zu tun. Allerdings mit den dann folgenden Providerkosten. Und die sind nach Angaben der Stadt durchaus beachtlich. „Wahrscheinlich werden sie in den nächsten Jahren noch fallen“, glaubt Zimmer. Ein genaues Kostenvolumen lässt sich aktuell noch nicht ermitteln, am Ende liegt es dann an der Politik, diesen Kosten zuzustimmen – was aber sehr wahrscheinlich ist, wenn schon Glasfaser in allen Schulen liegt.

Delhoven und Hackenbroich sind noch „weiße Flecken“

Ganz reibungslos läuft der Breitbandausbau insofern nicht, weil Delhoven und Hackenbroich noch „weiße Flecken“ sind. Dort wartet die Stadt noch auf eine Aktivität der Deutschen Telekom (der Bereich wird nicht von Netcologne versorgt).

„Wir hoffen, dass eine Versorgung mit schnellem Internet im ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres erfolgt“, sagt der IT-Fachmann Zimmer. Für diesen Breitbandausbau nimmt die Stadt kein Geld in die Hand, alles wird aus „Gute Schule 2020“ finanziert.

Dieses Finanzpaket wird in drei Schritten aufgeschnürt: In der ersten Tranche fließen 1,063 Millionen Euro in die Verbesserung der Medienausstattung (zum Beispiel mit Präsentationstechnik). Es folgt die Einrichtung von elektronischen Arbeitsplätzen, und im dritten Schritt geht es um die Netzwerktechnik, um die leitungsgebundene Technik, wie Robert Krumbein mitteilt. Ferner geht es auch um leistungsfähiges WLAN. Dort werden noch einmal 1,063 Millionen Euro investiert.

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