Der Hobby-Historiker Egon Vossen stellt den Band „Handwerk im alten Büttgen, Teil 2“ vor.

wza_1500x1000_559103.jpeg
Autor Egon Vossen (l.) und Helmut Heubes, Leiter des Arbeitskreises Heimatkunde, freuen sich über viele geschichtliche Details im 31. Band aus der Reihe „Büttgen“.

Autor Egon Vossen (l.) und Helmut Heubes, Leiter des Arbeitskreises Heimatkunde, freuen sich über viele geschichtliche Details im 31. Band aus der Reihe „Büttgen“.

Uli Engers

Autor Egon Vossen (l.) und Helmut Heubes, Leiter des Arbeitskreises Heimatkunde, freuen sich über viele geschichtliche Details im 31. Band aus der Reihe „Büttgen“.

Kaarst. Für den Büttgener ist es heute wohl schwer sich vorzustellen, was Egon Vossen in seinem neuen Band "Handwerk im alten Büttgen, Teil 2" beschreibt: Im Jahr 1883 soll es in der Gemeinde 19 Gast- und Schankwirtschaften gegeben haben. "Eine richtige Kneipenmeile", wie es Vossen beschreibt.

"Da das Bier beim Brauverfahren gekocht wurde, konnte man sicher sein, ein hygienisch einwandfreies Getränk zu sich zunehmen", erklärt der Hobby-Historiker. Noch im Jahr 1857 sind in Büttgen sieben Hausbrauereien nachweisbar, die ihr Gewerbe jedoch alle vor 1900 aufgaben.

"Als die Elektrizität Einzug hielt, hat das letzte Stündlein geschlagen"

Egon Vossen, Autor

Die Bierbrauerei ist aber nur eines der drei Handwerke, die Vossen in der Erweiterung des ersten Handwerker-Bandes, den er vor elf Jahren verfasste, jetzt präsentiert.

Während die Seidenweber wie die Bierbrauer schon früh aus dem Büttgener Raum verschwanden, konnten die "Klompenmacher" (Holzschuhmacher) bis in die Jahre des Zweiten Weltkriegs, als Folge der Not, ihrer Arbeit nachgehen. Bei der Recherche zum Thema "Trippe", dem Vorläufer des Holzschuhs, hatte Vossen sogar einen namenhaften Helfer: den Büttgener Anton Trippe, dessen Vorfahren aus diesem Handwerk stammen.

Die Seidenweberei dagegen hatte ihren Ursprung in Krefeld. "Da aber der Bedarf an Webstühlen wuchs, gingen die Weber mehr und mehr in die Dörfer, so auch nach Büttgen, insbesondere Vorst", erläutert Vossen.

1880 gab es in der Gemeinde noch 87 Hauswebstühle. "Lange haben sich die Weberfamilien mit Gemüseanbau über Wasser halten können. Als dann die Elektrizität Einzug hielt, hat das letzte Stündlein der Handweberei in Vorst geschlagen", weiß der Autor.

Vier Bände der Schriftenreihe "Büttgen" hat der ehemalige Journalist verfasst, neben den Handwerker-Heften auch die beiden Bücher zur Eisenbahngeschichte "150 Jahre Eisenbahn in Büttgen" und "Die Eisenbahn am Nordkanal". (Hefte 25 und 28).

 

"Im neuen Band gibt es gibt viel Lustiges, Ereignisreiches und Neues zu lesen"

Helmut Heubes, Arbeitskreis

Seit mehr als 30 Jahren arbeiten die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatkunde von der St.Sebastianus-Schützenbruderschaft an der Erforschung der Geschichte des alten Büttgens; suchen in Archiven und bei alteingesessenen Familien nach Bildern und Urkunden, um mit der jetzt 31 Bände umfassenden Schriftenreihe "ein lebendiges Bild von der Gemeinde in früheren Jahren zu zeichnen", wie Helmut Heubes, Leiter des Arbeitskreises, sagt.

Der neue Band schließe wichtige Lücken. Und nebenbei gebe es "viel Lustiges, Ereignisreiches und Neues zu lesen", verspricht er.

Das Band ist für 7 Euro an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer