Sofortige Meldungen von Bürgern führten in diesem Jahr bereits zu 83 Festnahmen. Die Polizei ist auf solche Hinweise angewiesen.

Sofortige Meldungen von Bürgern führten in diesem Jahr bereits zu 83 Festnahmen. Die Polizei ist auf solche Hinweise angewiesen.
Dienstgruppenleiter Uwe Schmidt und Oberkommissarin Melanie Storch in der Leitstelle der Polizei.

Dienstgruppenleiter Uwe Schmidt und Oberkommissarin Melanie Storch in der Leitstelle der Polizei.

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Dienstgruppenleiter Uwe Schmidt und Oberkommissarin Melanie Storch in der Leitstelle der Polizei.

Rhein-Kreis. Mit den elf Prozent ist in diesem Raum niemand zufrieden. Elf Prozent – das ist die aktuelle Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten im Rhein-Kreis Neuss. Um mehr Täter zu schnappen, setzt die Kreispolizei auf Unterstützung aus der Bevölkerung – und will die Scheu davor nehmen, dass Zeugen die 110 wählen. „Einbrüche lassen sich am besten mit Hinweisen aus der Bevölkerung aufklären. Wer etwas Verdächtiges bemerkt, sollte zum Hörer greifen und die Polizei informieren – und zwar möglichst sofort“, sagt Abteilungsleiter Detlef Gernandt. Dabei ist die Zahl der Notrufe über die 110 hoch: 55 000 sogenannte außenveranlasste Einsätze – etwas mehr als im Jahr zuvor – hatte die Polizei im vergangenen Jahr.

150 Notrufe pro Tag gehen im Schnitt bei der Polizei ein

Zu den außenveranlassten Einsätzen zählt alles, was über Notruf in der Leitstelle der Kreispolizei aufschlägt – vom Verkehrsunfall über die Meldung von Straftaten wie Raub und Diebstahl bis hin zum Einbruchsverdacht. „Im Schnitt gehen 150 Notrufe pro Tag bei uns ein“, sagt Achim Glaubitz, Erster Polizeihauptkommissar.

Mit Blick auf Einbrüche und Zeugenhinweise ist jedoch eine andere Zahl entscheidend: die der Einsätze aufgrund verdächtiger Feststellungen. Dazu zählt alles, was Bürger bei der Polizei melden – von Autos, die verdächtig erscheinen und deren Fahrer langsam durch eine Wohngegend kurven, bis hin zu Personen, die sich merkwürdig verhalten und möglicherweise ein Haus ausspionieren.

Zwischen Januar und Mitte Oktober gab es mehr als 4200 Einsätze aufgrund solcher Meldungen. Auch wenn sich die Ursache häufig als harmlos herausstellt – vom Schrottsammler bis hin zum Ortsunkundigen, der tatsächlich nur eine Adresse sucht – lohnt ein Blick in die Einsatzberichte. „Aufgrund der Zeugenhinweise kam es zu mehr als 300 Strafanzeigen und in 83 Fällen zu Festnahmen“, sagt Polizeioberkommissarin Melanie Storch.

Mitunter wurden auch mehrere Tatverdächtige im Zuge eines Einsatzes geschnappt. Die Hinweise, die per Notruf in der Leitstelle aufschlagen, machten dies oft überhaupt erst möglich – und das gilt gerade mit Blick auf Einbruchsdelikte. „Die Täter sind in der Regel mobil und schnell unterwegs“, sagt Achim Glaubitz: „Wenn Zeugen etwas beobachten und uns sofort informieren, erhöhen sich die Chancen, die Täter zu erwischen.“ Denn: „Jeder Hinweis kann entscheidend sein“, betont Gernandt.

So oft der Spruch auch schon bemüht worden sei – „lieber ein Anruf zu viel als einer zu wenig“ gelte im Polizeialltag nun mal tatsächlich. Die Polizei fragt beim Notruf schnell die für sie relevanten Informationen ab. „Ein Anruf von Anwohnern, man habe in der vergangenen Nacht etwas Verdächtiges beobachtet, kommt hingegen leider in der Regel einfach viel zu spät“, sagt Melanie Storch.

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