Weil die Archäologen noch arbeiten, geht es mit dem Bau nicht voran. Das treibt die Kosten hoch.

Archäologische Funde verzögern die Arbeiten am Bad.
Archäologische Funde verzögern die Arbeiten am Bad.

Archäologische Funde verzögern die Arbeiten am Bad.

Ein Ganzjahresbecken außen und vier Schwimmbecken innen soll das neue Bad haben. Grafik: Archiv

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Archäologische Funde verzögern die Arbeiten am Bad.

Grevenbroich. Wann haben die Grevenbroicher endlich wieder Wasser unterm Bauch? Seit rund drei Monaten tut sich nichts auf der Baustelle des neuen Schlossbades. „Wir wissen auch noch nicht, wann es weiter geht. Die Archäologen sind noch immer bei der Arbeit. Wir hoffen weiter, 2017 eröffnen zu können“, sagt Willi Peitz, Geschäftsführer des Bad-Investors GWG Kommunal.

„Wir hoffen weiter, 2017 eröffnen zu können.“

Willi Peitz, Geschäftsführer GWG

Eigentlich hätte beim Rabaue-Open-Air am Freitag, das die GWG seit Jahren unterstützt, schon der Rohbau des neuen Bades erkennbar sein sollen. Doch die Arbeiten ruhen. Im April waren Relikte längst vergangener Tage auf dem Areal entdeckt worden. „Wir haben schon rund 600 hochkarätige Fundstücke freigelegt. Von Menschen gefertigte Pfähle, Pfeilspitzen, Gebäudeteile und Scherben. Alles aus dem 11. bis 13. Jahrhundert“, erzählt Willi Peitz. Die müssen jetzt von Experten untersucht und sortiert werden – und das dauert. „Ursprünglich waren drei Monate veranschlagt. Den Zeitplan haben die Archäologen nicht einhalten können“, erklärt Peitz.

Die Verzögerung treibt auch die Kosten nach oben. Um wie viel die veranschlagten rund 10,7 Millionen Euro überschritten werden, kann Peitz noch nicht abschätzen. Er hoffe, dass er in den nächsten drei bis vier Wochen Klarheit habe – und dass die Bauarbeiter die Archäologen bald wieder ablösen können.

Das Interesse der Bürger am neuen Bad ist groß. Beim Open-Air beantwortete Willi Peitz zahlreiche Fragen zum Schlossbad – zusammen mit den Architekten des Stuttgarter Büros „Fritz Planung“, deren Entwürfe in Grevenbroich realisiert werden. „Das Gebäude wird sich harmonisch in das historische Umfeld einfügen“, sagt Geschäftsführer Jochen Fritz. So soll die Halle im Eingangsbereich nur fünf Meter hoch sein. In der Mitte erreicht das Dach eine Höhe von 8,50 Metern und fällt nach hinten wieder ab. „Sie neigt sich vor dem Alten Schloss und erschlägt es nicht, wie es das frühere klotzige Bad tat“, erläutert Fritz.

Die Betonfassade des Neubaus soll die Farben der alten Schlossmauer aufnehmen, ohne aber den Klinker zu imitieren. Überhaupt spielen die Farben Grevenbroichs und des Niederrheins bei der Bad-Gestaltung eine wichtige Rolle. „Als Süddeutscher hatte ich in dieser Region mit viel grauer Industriesiedlung gerechnet und war überrascht, wie grün es hier ist. Dieses herrliche Grün wird sich im Inneren des Bades überall finden“, erklärt Fritz.

Kinder-, Lehr- und Sportbecken seien durchdacht konzipiert. „Es gibt Aufenthaltsflächen für die Eltern am Kinderbecken und natürlich einen Wickeltisch. Das Sportbecken ist über eine Treppe begehbar und somit auch für Senioren und gehandicapte Menschen leicht zu nutzen. Alle Bereiche sind behindertengerecht. Für die Benutzung im Bad stehen Wechselrollstühle bereit“, erläutert Architekt Siddik Cicin.

Sein besonderes Highlight ist der drei Meter hohe Sprungturm in der Halle. „Der ist etwas ganz Besonderes. Eine Art Skulptur. Mehr verrate ich aber noch nicht.“

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