Stiftung Denkmalschutz fördert das Projekt am Nordkanal mit 70 000 Euro.

„Napoleonschleuse“
Das Modell zeigt die mögliche Rekonstruktion des Bauwerks.

Das Modell zeigt die mögliche Rekonstruktion des Bauwerks.

An der Nordkanalallee/Selikumer Straße sind die Überreste der Schleuse aus napoleonischer Zeit zu sehen.

Marc Ingel, Bild 1 von 2

Das Modell zeigt die mögliche Rekonstruktion des Bauwerks.

Neuss. Im Herbst spendeten die Neuss Düsseldorfer Häfen 50 000 Euro, der Rat stellt – abzüglich weiterer Spenden – fast 300 000 Euro bereit, und nun hat auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Förderung des Projektes mit 70 000 Euro bekanntgegeben: Die Instandsetzung der „Napoleonschleuse“, des Epanchoirs am Nordkanal, ist auf dem besten Weg. Etwa 900 000 Euro sind ohne die Kosten für eine Präsentation veranschlagt.

Als Napoleon die Kontinentalsperre gegen England verhängte, plante er aus strategischen Gründen den „Grand Canal du Nord“. Er sollte von Neuss über Venlo bis zum französisch beherrschten Antwerpen die Niederlande mit ihren Zöllen und Steuern umgehen. 1804 kam der Kaiser nach Neuss, besichtigte die Trasse und ordnete den Bau an.

Oberbaumeister Amable Hageau hatte zwei von neun Schleusen in Neuss vorgesehen. Doch schon nach der Eingliederung der Niederlande in das französische Kaiserreich 1810 wurden die Arbeiten an dem zu zwei Drittel fertiggestellten Nordkanal eingestellt.

Erhalten geblieben ist an der Nordkanalallee/Selikumer Straße nahe des Haupteingangs des neuen Alexius-Krankenhauses das sogenannte Epanchoir, ein Entlastungsbauwerk. Hageau musste eine komplizierte Aufgabe meistern: Neben dem eigentlichen Kanalbau war sicherzustellen, dass die zahlreichen Mühlen weiterhin gleichmäßige Wasserkraft nutzen konnten. Die Obererft wurde unter dem Kanal hindurchgeführt, der Wasserstand im Kanal stabil gehalten.

„Das Epanchoir mit Teilen der gemauerten Trichterwände ist nicht nur ein technikgeschichtlich bedeutendes Ingenieurbauwerk, sondern ein ebenso eindrucksvolles historisches Dokument“, heißt bei der Stiftung Denkmalschutz.

Das wissen auch die Neusser. Zuerst propagierten die Heimatfreunde die Restaurierung, dann gründete sich um Christoph Napp-Saarbourg und Karl Kaster ein Förderkreis. Sein Wirken hat nun Stück für Stück Erfolg.

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