Die Polizei führte gestern eine Durchsuchung an einer Privatadresse durch. Zu einer Festnahme kam es dabei aber nicht.

Die Polizei führte gestern eine Durchsuchung an einer Privatadresse durch. Zu einer Festnahme kam es dabei aber nicht.
Beim Hansefest 2014 wurde in Neuss der Koran verteilt. Archiv

Beim Hansefest 2014 wurde in Neuss der Koran verteilt. Archiv

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Beim Hansefest 2014 wurde in Neuss der Koran verteilt. Archiv

Weckhoven. Im Rahmen der gestern Morgen bundesweit durchgeführten Razzien gegen mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ ist es auch im Neusser Stadtgebiet zu einer Durchsuchung gekommen. Es soll sich dabei um eine Privatadresse an der Hülchrather Straße im Stadtteil Weckhoven gehandelt haben. Eine Festnahme soll es dabei aber nicht gegeben haben.

Hunderte Polizisten – unter anderem in NRW, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein – durchsuchten ab 6.30 Uhr mehr als 200 Wohnungen und Büros von Organisatoren und Anhängern der radikal-salafistischen Vereinigung „Die wahre Religion“. Diese wurde von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gestern verboten. Die Vereinigung steckt hinter zahlreichen Koran-Verteilaktionen in deutschen Städten. „Sowohl die Stadt als auch die Polizei unterstützen diese Aktion, um der salafistischen Szene den Boden zu entziehen“, sagte Verwaltungsdirektorin Dolores Burkert.

Die Durchsuchung fand im Rahmen einer bundesweiten Aktion statt

Auch in Neuss wurden in der jüngeren Vergangenheit Koran-Verteilungen unter dem Titel „Lies!“ durchgeführt – unter anderem beim Hansefest Ende September 2014. Nur wenig später – Mitte Oktober 2014 – versuchte eine Gruppe von Salafisten erneut, in der Neusser City Koran-Exemplare an Passanten zu verteilen und für ihre Lesart des Islam zu werben. Die Aktion dauerte mehrere Stunden und verlief nach Polizeiangaben friedlich. Dennoch äußerte der damalige Bürgermeister Herbert Napp seinen Unmut über die Verteilung. „Wir schöpfen alle Mittel aus und gehen zur Not auch das Risiko einer Klage ein“, betonte er damals. Melden die Salafisten ihre Aktion ordnungsgemäß bei der Kreispolizeibehörde an, sind der Stadt jedoch die Hände gebunden.

Der Stadtteil Weckhoven rückt beim Thema Salafismus immer wieder in den Fokus. Unter anderem wegen des Vereins „Helfen in Not“. Diesen stufte der Verfassungsschutz schon 2013 als „extremistische salafistische Bestrebung“ ein. Im Juli 2014 musste die selbsternannte Hilfsorganisation ihr Vereinsheim an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße räumen. Mittlerweile wird eine Adresse an der Büttger Straße angegeben. Red

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