Zuschütten oder in Teilen sichtbar machen: Politik und Verwaltung streiten

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Mit Verspätung haben die Bauarbeiten am alten Busbahnhof begonnen. Der Plan zeigt die Lage des Neubaus und Umrisse der Mansio.

Mit Verspätung haben die Bauarbeiten am alten Busbahnhof begonnen. Der Plan zeigt die Lage des Neubaus und Umrisse der Mansio.

Mit Verspätung haben die Bauarbeiten am alten Busbahnhof begonnen. Der Plan zeigt die Lage des Neubaus und Umrisse der Mansio.

Salzburg/Plan: Stadt Neuss, Bild 1 von 2

Mit Verspätung haben die Bauarbeiten am alten Busbahnhof begonnen. Der Plan zeigt die Lage des Neubaus und Umrisse der Mansio.

Neuss. Nach langem Vorlauf rückt eine Entscheidung über die Gestaltung der Freifläche rund um das künftige "Romaneum", den Neubau für VHS und Musikschule auf dem Gelände des alten Busbahnhofs, näher.

Weitgehend Konsens besteht darin, Teile der mittelalterlichen Funde samt Resten der Stadtmauer sowie einen römischen Brunnen sichtbar zu machen. Dissens aber gibt es über den Umgang mit den Überresten der Mansio, des römischen Rasthauses.

Zuschütten und damit sichern, die Lage des großen Hauses durch Pflasterung und Tieferlegung nachvollziehen, so Vorschlag der Verwaltung. Der Originalbestand dürfe nicht den Neusser Witterungsverhältnissen ausgesetzt werden.

Das möchten CDU und SPD so nicht akzeptieren. Die Vorsitzenden von Planungs- und Kulturausschuss, Karl-Heinz Baum (CDU) und Hartmut Rohmer (SPD), haben in einem gemeinsamen Brief an den Planungs-Beigeordneten Stefan Pfitzer verlangt, die Verwaltung möge Alternativen zur (Teil-)Sichtbarmachung römischer Mauerreste aufzeigen und eine Kostenschätzung dazu abgeben.

"Die Verwaltungs-Vorlage reicht in diesem Punkt nicht aus, das deckt sich nicht mit dem Auftrag des Rates", sagt Hartmut Rohmer. Und Karl-Heinz Baum erklärt: "Wir wollen nicht, dass alles zugeschüttet wird. Wir brauchen Vorschläge, wie man zumindest Teile freilegen kann."

Damit sind die beiden Ausschussvorsitzenden auch auf einer Linie mit den Heimatfreunden: Die fordern nach einer internen Informationsveranstaltung ebenfalls, die Bodenfunde "soweit sinnvoll und möglich für die Öffentlichkeit sichtbar" zu machen: "Das sind wir unserer 2000-jährigen Stadtgeschichte schuldig", meint der Vorsitzende Ernst Freistühler.

Am Montag ist eine nicht-öffentliche Informationsveranstaltung für Stadtverordnete angesetzt. Bis dahin wollen Baum und Rohmer die neuen Vorschläge der Verwaltung sehen. Dazu wird es aber wohl nicht kommen. Der Brief sei überholt, heißt es aus der Verwaltung.

Hingewiesen wird auf die Ankündigung der CDU, man wolle im Haushalt 10.000 Euro für externe Planer für Freiflächengestaltung bereitstellen. Damit, so die leicht pikierte Interpretation aus dem Rathaus, sei die Verwaltung ja wohl außen vor.

Auf einer Sondersitzung befassen sich am Mittwoch, 27. Januar, die beiden Ausschüsse mit dem Thema. Dann entscheidet der Rat über den Vorentwurf, anschließend sollen die Bürger informiert und beteiligt werden.

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