Aus dem Konjunkturpaket II stehen in Neuss zehn Millionen Euro für Schulsanierungen zur Verfügung. Im Kreis sind es rund fünf Millionen Euro.

Die Handwerker setzen auf die Aufträge aus dem Konjunkturpaket.
Die Handwerker setzen auf die Aufträge aus dem Konjunkturpaket.

Die Handwerker setzen auf die Aufträge aus dem Konjunkturpaket.

dpa

Die Handwerker setzen auf die Aufträge aus dem Konjunkturpaket.

Rhein-Kreis Neuss. Knapp zehn Millionen Euro machte das Land für Maßnahmen an Neusser Schulen locker. Doch in diesen Sommerferien werden die Pausenhöfe leer bleiben, mit den Bauarbeiten wird es in Neuss erst einmal nichts.

Insgesamt 2,4 Milliarden Euro hat das Land für Städte und Gemeinden zur Verfügung gestellt - vorwiegend zur energetischen Sanierung von Schulen und sonstigen öffentlichen Gebäuden.

Und auch das Vergabeverfahren für das Handwerk wurde vereinfacht: Die Vergabewertgrenzen wurden hochgesetzt, Kommunen können Bauleistungen bis zu 100000Euro freihändig vergeben. Das ermöglicht eine beschleunigte Auftragslage und fördert lokale Betriebe.

"Es hakt bei der Umsetzung", sagt der Obermeister der Elektro-Innung

Doch von Beschleunigung und Abbau bürokratischer Hürden spürt das Handwerk in Neuss derzeit noch nicht viel. "Es hakt bei der Umsetzung", sagt Wilhelm Prechters, Obermeister der Elektro-Innung Neuss. "Bei der Abstimmung zwischen Behörden und Handwerkerschaft gibt es Probleme." Bei der Auftragsvergabe ließen sich die Behörden Zeit, so Prechters Einschätzung.

Armin Krüger, Betriebsleiter des Gebäudemanagements zeigt Verständnis: "Natürlich will das Handwerk schnellstmöglich an Aufträge kommen. Wir müssen dennoch bei dem Verfahren nach Rechtsvorschriften handeln und das benötigt nun mal Zeit."

Drei Projekte sind für die Bezuschussung aus Landesmitteln in Neuss vorgesehen: der Bau einer Dreifachsporthalle mit Mensa an der Weberstraße, der Neubau für die Kreuz-Martin-Luther-Schule und die energetische Sanierung der Grundschule Brücke. Beim Bau der Sporthalle werden zurzeit die Konzeptvorschläge der Architekten ausgewertet. "Für den Schul-Neubau laufen zurzeit die Bauanträge, nach Abschluss werden Ausschreibungen an das Handwerk erfolgen", sagt Krüger. Für die Sanierung der Grundschule Brücke werden bereits Ausschreibungsunterlagen erstellt. Im Vergleich zu anderen Städten sei man mehr als im Zeitplan. "Wir sind vielen anderen Städten einen Schritt voraus", bekräftigt Krüger.

Sanierungen in den Schulen des Kreises beginnen in den Ferien

Beim Rhein-Kreis Neuss ist man da allerdings schon weiter. Die Vergabe mehrerer Aufträge stehe unmittelbar bevor, Kreiskämmerer Ingo Graul. "Die Arbeiten werden auf jeden Fall in den Ferien beginnen", so Graul. Rund fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II fließen in energetische Baumaßnahmen an den vier Berufsbildungszentren (BBZ) und an die vier Förderschulen des Kreises.

Größtes Einzelprojekt mit rund 2,6 Millionen Euro ist das BBZ in Grevenbroich. Dort sollen die Fensteranlagen und der Dachbereich erneuert werden. Zudem werden die alten Öl- und Gasheizungen gegen umweltfreundliche Pelletsysteme ersetzt. Das BBZ in Dormagen erhält eine Fluchttreppe, in Neuss werden die Heizrohrnetze erneuert und die Holzfenster ausgetauscht.

In der Förderschule am Nordpark (Neuss-Nord) werden die Glasscheiben gewechselt, die Mosaik-Schule in Grevenbroich bekommt ein neues Lüftungssystem im Schwimmbad, in der Michael-Ende-Schule in Neuss-Reuschenberg wird die Fassade saniert und in der Sebastianus-Schule in Kaarst gibt es neue Fenster.

Für die Handwerker kommen diese Aufträge gerade recht. Denn viele leiden unter der Auftragsflaute der vergangenen Monate.

Der Obermeister der Dachdecker-Innung Hans Brüggen sieht daher in der Auftragsvergabe eine enorme Chance für größere Unternehmen. "Die privaten Gelder fließen nicht mehr so wie früher", sagt er. Deshalb sei das Interesse an großen Projekten derzeit besonders groß.

Und auch Wilhelm Prechters von der Elektro-Innung schätzt die Auftragslage als "mittelmäßig" ein. Sorgen bereitet ihm auch die Zahlungsmoral der Städte. "Sechs bis acht Wochen lässt sich die Stadt mit der Bezahlung der Aufträge Zeit." Finanzielle Engpässe seien die Folge. "Und da können auch Landesmittel nichts dran ändern", sagt Prechters.

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