Etwa 60 Rettungsschwimmer und Taucher legten knapp sieben Kilometer in der Erft zurück.

Schwimmer verschiedener Rettungs-Organisationen nahmen teil.
Schwimmer verschiedener Rettungs-Organisationen nahmen teil.

Schwimmer verschiedener Rettungs-Organisationen nahmen teil.

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Schwimmer verschiedener Rettungs-Organisationen nahmen teil.

Weckhoven/Grimlinghausen. Ungewöhnlicher Anblick gestern an der Erft: Rund 60 Rettungsschwimmer und Taucher verschiedener Hilfsorganisationen plus noch mal so viele Begleiter am Flussufer trafen sich am Mittag zum Neujahrsschwimmen der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und legten eine Strecke von knapp sieben Kilometern in der Erft zurück. So viele Schwimmer waren noch nie zuvor bei der Traditions-Veranstaltung des Kreisverbandes Neuss. „Das ist Rekord“, sagt DRK-Sprecher Dirk Büchen, der die starke Teilnehmerzahl auch auf das 50-Jahr-Jubiläum zurückführt, das die Wasserwacht in diesem Jahr feiert.

Zwei Stunden lang ließen sich die Schwimmer von der Strömung in Richtung Rhein treiben. „Das tolle Gruppengefühl macht für mich den Reiz an der Veranstaltung aus“, sagt DRK-Taucher Lutz Zimmer, der seit vielen Jahren beim Neujahrsschwimmen dabei ist. Ob es bei Außentemperaturen um sieben Grad Celsius nicht viel zu kalt ist in der Erft? „Nein“, sagt der 40-Jährige, ohne zu zögern. „Die Erft ist vergleichsweise warm. Außerdem bildet sich zwischen dem halbtrockenem Neopren-Anzug und der Haut eine Wasserschicht, die den Körper zusätzlich wärmt.“

Die Erft ist deutlich wärmer als andere Flüsse

Tatsächlich ist die Erft auch im Winter mit einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 14 Grad deutlich wärmer als andere Flüsse und die Außentemperatur, weil sie mit aufgewärmtem Grundwasser aus dem Tagebau Garzweiler gespeist wird. „Das ist so, als würde man zuhause kräftig durchlüften und sich dann in eine Badewanne mit warmem Wasser legen. In der Erft ist es angenehm – am Ufer hingegen wird einem schnell kalt“, erklärt Dirk Büchen. Interessant: Nicht nur Schwimmer und Taucher des Roten Kreuzes, die an Sommerwochenenden Bereitschaftsdienst am Rhein haben, waren mit von der Partie. „Es sind auch Kollegen aus anderen Orten zum Neujahrsschwimmen gekommen. Eine Gruppe aus Cochem an der Mosel hatte die weiteste Anreise“, erzählt Büchen, der unter anderem Mitglieder des Feuerwehr-Löschzuges Grimlinghausen und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zum Neujahrsschwimmen begrüßen durfte.

Ins Wasser ging’s für sie an der Erprather Mühle zwischen Weckhoven und Reuschenberg. „Von dort aus sind wir gemütlich losgeschwommen und haben zwischendurch zwei Stopps eingelegt“, berichtet DRK-Kreisgeschäftsführer Marc Dietrich, der auch als Nicht-Rettungsschwimmer ins Wasser gegangen ist. Halt eingelegt haben die 60 Neujahrsschwimmer am Kinderbauernhof und am Gut Gnadenthal, ehe sie nach zwei Stunden am Grimlinghausener Sportplatz über den Deich stiegen und sich schnell in die dortigen Vereinsduschen begaben.

Laut Dirk Büchen geht es beim Neujahrsschwimmen einerseits um den Spaß an der Sache, andererseits aber auch ums Training und darum, die Angst vor dem Ungewohnten zu überwinden. Denn mitten im Winter in der Erft schwimmen gehen – das ist auch für erfahrene Rettungsschwimmer etwas Besonderes.

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