Die Biologische Station vermietet in Kooperation mit dem Schäfereibetrieb Giammaria Mossa Heidschnucken zur Landschaftspflege.

Die Weißen Gehörnten Heidschnucken der Biologischen Station sind vom Aussterben bedroht.
Die Weißen Gehörnten Heidschnucken der Biologischen Station sind vom Aussterben bedroht.

Die Weißen Gehörnten Heidschnucken der Biologischen Station sind vom Aussterben bedroht.

Uli Engers

Die Weißen Gehörnten Heidschnucken der Biologischen Station sind vom Aussterben bedroht.

Dormagen. Dicht gedrängt suchen die Schafe unter Obstbäumen Schutz. Die Lämmer schmiegen sich eng an ihre Muttertiere. Dann lässt der Regen nach und die Herde wendet sich wieder ihrer Hauptbeschäftigung zu: Gemächlich kauend, grasen sie die Obstwiesen rund um das Kloster Knechtsteden ab.

"Wegen der Bäume und der vielen Brennnesseln lassen sich die Wiesen nicht so gut mit einer Mähmaschine schneiden. Die Beweidung mit den Schafen ist da unkomplizierter", sagt Thomas Braun von der Biolologischen Station des Rhein-Kreis Neuss in Dormagen. Außerdem würden die Schafe, anders als Maschinen, beim Weiden keine anderen Tiere stören.

Seit 2005 halten die Naturschützer eine kleine Herde der Weißen Gehörnten Heidschnucke, einer vom Aussterben bedrohten Schafrasse aus Norddeutschland. "Weltweit existieren von dieser Rasse nur noch etwa 1.500 Tiere. Unsere Herde ist die einzige Zuchtherde in Nordrhein-Westfalen. Zurzeit haben wir 22 Tiere, davon sind acht Lämmer", erklärt Geschäftsführer Michael Stevens.

Die robusten Tiere setzt die Biologische Station nicht zur Beweidung der am Niederrhein typischen Obstwiesen ein, sondern auch zur Landschaftspflege in den Naturschutzgebieten Wahler Berg, Hannepützheide und Martinsee.

Die Qualitäten der Schafe machen sich auch immer wieder andere Obstwiesenbesitzer und Privatleute mit großen Gärten zu Nutze. In Kooperation mit dem Schäfereibetrieb Giammaria Mossa vermietet die Biologische Station nämlich auch Schafe.

Für rund 600 Euro im Jahr halten 20 bis 30 Schafe die Wiesen kurz

Allerdings kommen hier meist die Weißen Hornlosen Heidschnucken, also Artgenossen ohne Hörner, zum Einsatz, weil die an Zäunen und Bäumen weniger Schaden anrichten. "Das Angebot wird gut nachgefragt. Schließlich hat das Mietverhältnis viele Vorteile. Ich kümmere mich um Pflege und Transport", sagt Schäfer Giammaria Mossa, dessen Herden unter anderem im Rheinpark, der Zonser Heide und in Düsseldorf und Mönchengladbach grasen.

Die Kosten für den Service richten sich nach der Anzahl der Schafe und der Größe der Fläche. Für einen Hektar mit 20 bis 30 Tieren inklusive Elektrozaun und Wartung zahlen Kunden etwa 600 Euro im Jahr. Mossa: "Ich kontrolliere jeden zweiten Tag die Zäune und das Trinkwasser. Erkranken die Tiere, rufe ich einen Tierarzt."

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