Die Polizei beginnt heute mit der Ermittlung der Brandursache.

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Die Halle der Firma Thywissen ist einsturzgefährdet. Eine Produktion ist vorerst nicht möglich.

Die Halle der Firma Thywissen ist einsturzgefährdet. Eine Produktion ist vorerst nicht möglich.

Berns

Die Halle der Firma Thywissen ist einsturzgefährdet. Eine Produktion ist vorerst nicht möglich.

Neuss. In der Ölmühle C. Thywissen steht die Produktion. Durch das Feuer in der Nacht zum Sonntag und die Löscharbeiten wurden die Elektrik und die Steuerung der Mühle sowie deren Energieversorgung beschädigt, so dass die Anlagen insgesamt ausfallen.

Mit der Belegschaft wird seit Montag intensiv an einem Notkonzept gearbeitet, betonte Geschäftsführer Dominik Baum, mit einer raschen Rückkehr zur Normalität aber rechnet die Unternehmensleitung nicht. Denn die Halle, in der am Samstagabend das Feuer ausbrach, ist nach Gutachtermeinung eines gestern hinzugezogenen Statikers einsturzgefährdet. So kann auch die Kriminalpolizei erst heute die Untersuchung der Brandursache in Angriff nehmen.

Verletzte Mitarbeiter konnten schnell wieder nach Hause

Gegen 21 Uhr am Samstagabend wurde das Feuer festgestellt. Dass das Feuer durch Arbeitsaktivitäten ausgelöst wurde, schließt Baum aus, denn dann hätte es Verletzte gegeben. Die beiden Beschäftigten, die mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden waren, wurden nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. Eine Explosion oder Explosionsgefahr schließt Baum aus. „Das ist physikalisch unmöglich.“

Ausgebrochen war der Brand nicht in der eigentlichen Produktion, sondern in einer zentral angelegten Halle, wo eben neben der Steuerungstechnik eben auch Betriebs- und Filterstoffe gelagert waren.

So lagerten in hohen Silotanks auch Gefahrenstoffe wie Phosphorsäure, Natronlauge oder Zitronensäure, berichtet Stadtbrandmeister Joachim Elblinger. Zur Abwehr möglicher Gefahren für Mensch und Umwelt wurde deshalb auch das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz alarmiert, das mit einem Sondermessfahrzeug der Luftanalytik und einem Expertenteam der Gewässerüberwachung vor Ort war.

Ergebnisse der Wasserproben frühestens am Mittwoch

„Es wurde befürchtet, dass sich Chlor-Wasserstoff-Säure bildet“, nennt LANUV-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia die Gefahr beim Namen. Schnelltests aber wiesen nur Brandgase nach und zeigten ansonsten einen negativen Befund. Die Ergebnisse der Wasserproben, die das Landesamt nehmen konnte, werden frühestens zur Wochenmitte vorliegen, fügt sie hinzu.

Die Maschinen und auch die Verladeeinrichtungen blieben bei dem Brand unversehrt. Baum hofft daher, dass die Produktion zumindest teilweise schnell wieder hochgefahren werden kann. So lange werden die Lagerbestände aber nicht reichen.

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