„Käthchen von Heilbronn“ spielt mit dem Wunderbaren.

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Auf karger Bühne: Stefan Schleue gibt den Graf vom Strahl, Emilia Haag ist das Käthchen.

Auf karger Bühne: Stefan Schleue gibt den Graf vom Strahl, Emilia Haag ist das Käthchen.

Björn Hickmann/RLT

Auf karger Bühne: Stefan Schleue gibt den Graf vom Strahl, Emilia Haag ist das Käthchen.

Neuss. Die Geschichte handelt von einer radikal emotionalen Frau. Die läuft bedingungslos und rücksichtslos gegen sich selbst einem Mann hinterher, weil sie geträumt hat und weiß, beide sind für einander bestimmt. Der Klassiker von Heinrich von Kleist hat am Freitag in der Inszenierung von Catharina Fillers am Rheinischen Landestheater Premiere.

„Das Käthchen von Heilbronn“, geschrieben 1808 als Ritterschauspiel, ist schwieriger Stoff. Mehr als 60 handelnde Figuren, ständige Szenenwechsel, eine einzige Herausforderung an die Theatermaschinerie: Da haben Catharina Fillers und Dramaturgin Alexandra Jacob konsequent reduziert. Vier Hauptfiguren – Käthchen, ihr Traum-Mann Graf vom Strahl, die böse Kunigunde und Käthchens Vater Theobald – sind einzeln besetzt. Drei weitere Schauspieler, einheitlich in Gold ausstaffiert, stehen für den Rest, wechseln die Rollen, übernehmen auch mal den Part des Flusses.

Catharina Fillers bleibt Kleist treu. „Kern des Werks ist das Wunderbare“, sagt sie und betont, sie wolle nichts „verheutlichen“. Der Zuschauer wird emotional angesprochen, er wird nicht rational urteilen, er wird keine Stalkerin sehen, keinen tumben Grafen: Er solle beide Hauptfiguren „in ihrem prallen Sein und in ihrer Zerrissenheit ernst nehmen“, wünscht sich die Regisseurin.

Alle Akteure müssen sich auf karger Bühne behaupten, die bis auf ein Podest nur mit Stangen bestückt ist: Mit denen lässt sich kämpfen, ein Haus bauen, ein Raum beschreiben.

» Premiere ist am Freitag um 20 Uhr. Weitere Aufführungen am 13., 19., 21. und 29. Januar.

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