Grimlinghausen. Einen Tag nach dem bewaffneten Überfall auf einen Frisörsalon mit angeschlossener Postfiliale an der Bonner Straße in Grimlinhausen hat die Polizei eine neue Spur. Bei den Ermittlern meldete sich eine weitere Zeugin, die die Täter auf der Flucht beobachtet hatte. Die Frau beobachtete kurz nach dem Tatzeitpunkt zwei Männer, die in einen dunkelgrauen VW-Kombi, vermutlich einen Passat, stiegen. Dieser ältere Volkswagen mit Neusser Kennzeichen war an der Straße „An der Eiche“ vor den Häusern 17 bis 19 geparkt. Die Täter fuhren von dort in Richtung Johanna-Etienne-Straße.

In dem Geschäft war der Schock auch gestern noch groß. Bei dem Überfall hatten die beiden mit Mützen und Schals maskierten Täter nach Polizeiangaben die Inhaberin des Geschäfts, deren Freund und drei weitere Frauen bedroht. „Bleib ruhig“, habe einer der Räuber gerufen. Sein Komplize bedrohte eine Kundin im Frisierstuhl und griff ihr in die Haare.

Die Inhaberin gibt die Poststelle in vier Wochen ab

„Seit zehn Jahren habe ich die Poststelle hier und gebe sie in vier Wochen ab. Nie ist etwas passiert, und ich habe mir auch nie gedacht, dass so etwas einmal passieren könnte“, klagte die 38-jährige Geschäftsinhaberin.

Ihr 29-jähriger Lebensgefährte hatte sich mit den Tätern angelegt, als diese versucht hatten, in den Raum mit dem Tresor einzudringen. Pech für die Räuber: Bei dem Freund, der zufällig mit im Geschäft war, handelt es sich um einen Kampfsportler, der auch in einem Sportverein aktiv ist. Mit Fäusten griff er einen der Täter an, bis der zweite ihn mit der Pistole an die Schulter schlug und ihm anschließend die Waffe ins Gesicht richtete. So schildert es der durchtrainierte 29-Jährige.

Beute haben die Täter bei dem Überfall nicht gemacht

„Ich habe direkt in die Waffe geguckt“, sagt er. „Das ist ein schlimmes Gefühl.“ Dennoch schaffte es seine Freundin, den Alarmknopf zu betätigen. Anschließend flüchteten die Täter aus dem Laden. „Das ging alles so schnell“, sagt die 38-Jährige. Verletzte gab es nicht, Beute machten die Täter auch nicht. Möglicherweise könnten Aufnahmen aus der Überwachungskamera zur Aufklärung der Tat beitragen. Denn das Geschäft und die beiden Eingänge werden von Kameras gefilmt, die Aufnahmen offenbar auch gespeichert. Die Bilder seien aber noch nicht freigegeben. „Ich hoffe, dass man darauf die Täter sehen kann, vielleicht sogar ohne Maske“, sagt die Frisörin. „Die Täter sollen gefasst werden. Das war eine lebensbedrohliche Situation.“

Die Polizei bittet weitere Zeugen, die Hinweise zu den Tätern oder zum Fluchtfahrzeug machen können, sich unter Telefon 02131 3000 zu melden.

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