Braunkohle-Gegner versperrten am Wochenende Straßen und Bahnstrecken bei Neurath. Die Polizei zieht eine positive Einsatzbilanz. Auch die Demonstranten zeigen sich zufrieden.

Braunkohle-Gegner versperrten am Wochenende Straßen und Bahnstrecken bei Neurath. Die Polizei zieht eine positive Einsatzbilanz. Auch die Demonstranten zeigen sich zufrieden.
Die Demonstranten blockierten Straßen, die Polizei hielt sie aber vom Eindringen aufs Kraftwerkgelände ab. Anton Hofreiter (Grüne) sprach mit Aachens Polizeipräsident (Foto rechts).

Die Demonstranten blockierten Straßen, die Polizei hielt sie aber vom Eindringen aufs Kraftwerkgelände ab. Anton Hofreiter (Grüne) sprach mit Aachens Polizeipräsident (Foto rechts).

Die Demonstranten blockierten Straßen, die Polizei hielt sie aber vom Eindringen aufs Kraftwerkgelände ab. Anton Hofreiter (Grüne) sprach mit Aachens Polizeipräsident (Foto rechts).

Die Demonstranten blockierten Straßen, die Polizei hielt sie aber vom Eindringen aufs Kraftwerkgelände ab. Anton Hofreiter (Grüne) sprach mit Aachens Polizeipräsident (Foto rechts).

Staniek, Bild 1 von 3

Die Demonstranten blockierten Straßen, die Polizei hielt sie aber vom Eindringen aufs Kraftwerkgelände ab. Anton Hofreiter (Grüne) sprach mit Aachens Polizeipräsident (Foto rechts).

Grevenbroich. Nachdem mehrere hundert Aktivisten am Samstag die Nord-Süd-Bahn und die Straßen rund um das Neurather Kraftwerk blockiert hatten, verlief der gestrige Tag eher ruhig. Am frühen Morgen kletterten elf Braunkohlegegner auf einen Bagger im Tagebau Garzweiler, um dort ein Transparent zu enthüllen. Das Großgerät wurde innerhalb kurzer Zeit geräumt. Im Tagebau Hambach ketteten sich vier Menschen mit Fahrradschlössern an ein Förderband. „Auch das haben wir ruckzuck gelöst“, sagte ein Polizeisprecher.

Es gab mehrere verletzte Polizisten und Aktivisten

Insgesamt zog die Polizei eine positive Einsatzbilanz: „Seit Donnerstag konnten wir verhindern, dass Hunderte in die Tagebaue eindringen oder Kraftwerke besetzen.“ Ein endgültiges Fazit der „Aktionstage“ im Revier soll in den nächsten Tagen gezogen werden.

Ein großer Teil der Aktivisten hat gestern das noch bis Dienstag laufende Klimacamp in Erkelenz verlassen – aber sie wollen wiederkommen. „Zu Beginn der UN-Klimaverhandlungen im November in Bonn werden wir zu Massenaktionen zivilen Ungehorsams aufrufen“, kündigte Janna Aljets, Sprecherin von „Ende Gelände“, an.

Rund um das Neurather Kraftwerk stand am Samstagnachmittag der Verkehr still. Mehr als 200 Aktivisten der Aktion „Kohle ersetzen“ hockten sich für mehrere Stunden singend („Ihr kommt nicht ins Kraftwerk rein“) auf die Fahrbahnen und blockierten sämtliche Zufahrtsstraßen. Autofahrer mussten teilweise weite Umwege nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen.

Nicht weit von den Straßenblockaden entfernt, legten etwa 300 Braunkohlegegner an drei Stellen die Nord-Süd-Bahn in Sichtweite des BoA-Kraftwerks für sechs Stunden lahm. Eine vierte Gleisblockade verhinderte die Polizei, die auf einem Acker etwa 600 Klimaschützer einkesselte. Versuche, die Absperrungen gewaltsam zu durchbrechen, wehrten die Beamten ab. Nach dem gestrigen Stand wurden laut Polizei eine Demonstrantin und sieben Polizisten verletzt. „Ende Gelände“ spricht hingegen von fünf Aktivisten, die mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Im Laufe des Samstagabends löste die Polizei alle Blockaden auf, nahm die Aktivisten in Gewahrsam und brachte sie mit Gelenkbussen zur Gefangenensammelstelle in Mönchengladbach. Nachdem ihre Personalien festgestellt worden waren, wurden die Demonstranten wieder entlassen. Es seien Strafverfahren wegen des Verdachts der Störung öffentlicher Betriebe, gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden, teilte die Aachener Polizei gestern mit.

RWE spricht von geringen Auswirkungen

Die überwiegend friedlich verlaufenen Proteste hätten keine größeren Auswirkungen auf die Betriebe von RWE Power gehabt, sagte Sprecher Lothar Lambertz. Die Gleisbesetzungen hätten lediglich „kurzfristig dazu geführt, dass die Kraftwerksleistung im Revier über einige Stunden um rund sechs Prozent abgesenkt werden musste“. Der Konzern kündigte an, dass er „das Eindringen in die Produktionsstätten und andere strafbare Handlungen straf- und zivilrechtlich verfolgen“ werde.

Nach Angaben von „Ende Gelände“ protestierten am Samstag 1200 Aktivisten bei Neurath – das ist etwas mehr, als die Polizei schätzt. Janna Aljets zeigte sich am Sonntag zufrieden mit den Ergebnissen der „entschlossenen und friedlichen“ Blockade-Aktionen der vergangenen Tage.

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