Das Ziel ist es, auch neue Bürger für Dormagen zu gewinnen.

Dormagen. Gesucht und gefunden – die Stadt hat für ihre Ortsteile „Steckbriefe“ entworfen, anhand derer zwar niemand gesucht wird, aber Interessierte allerlei Wissenswertes über die Orte und Dörfer erfahren. Diese Steckbriefe wurden im Rahmen der demografische Datenerhebung und -analysen entwickelt. Das Besondere daran ist ihre Kleinteiligkeit: So viele Zahlen, Daten und Fakten wurden noch nie zusammengetragen. „Sie sollen sowohl den Bürgern, potenziellen Neubürgern, aber auch Verwaltung, Politik und Dritten als Quelle dienen“, sagt Ellen Schönen-Hütten, als Leiterin des Fachbereichs Bürger- und Ratsangelegenheiten erste Ansprechpartnerin zu diesem Thema. Diese Steckbriefe versteht sie als „Service-Leistung“ und als einen weiteren Mosaikstein in den Transparenzanstrengungen der Stadt.

Wer auf der städtischen Homepage durch die Ortsteile klickt, erfährt Vieles, was er nicht wusste, vielleicht ahnte, aber jetzt erst statistische Sicherheit erfährt. Zum Beispiel, dass in Delhoven 70 Prozent der Wohnungen von ihren Eigentümern bewohnt werden – der Spitzenwert in der Stadt. Oder dass es in Hackenbroich mit fast 28 Prozent den höchsten Ausländeranteil in der Stadt gibt. Interessant ist auch, dass die Bevölkerung in Zons älter ist als im Dormagener Schnitt. So leben dort anteilig mehr über 65-Jährige, auch bei den 45- bis 64-Jährigen weist Zons einen höheren Anteil aus. In Nievenheim wiederum ist die Zahl der unter Dreijährigen stärker gewachsen als in Dormagen insgesamt.

„Sie sollen sowohl den Bürgern, potenziellen Neubürgern, aber auch Verwaltung, Politik und Dritten als Quelle dienen.“

Ellen Schönen-Hütten, Fachbereichs-Leiterin

Die Steckbrief-Sammlung ist der Stadt gewissermaßen vor die Füße gefallen. Einen besonderen Auftrag dafür hat es nicht gegeben. Das Fachbüro „empirica AG“ hatte 2015 Wanderungsmotiv-Befragung vorgenommen, an der mehrere tausend Menschen Auskunft darüber gaben, warum sie die Stadt verlassen haben bzw. hierhin gezogen sind. Im Rahmen der Auswertung sind so viele Daten angefallen, dass empirica der Stadt anbot, einen kleinteiligen Datensatz für die Ortsteile als Zusatz-Produkt zu erarbeiten – fertig war der „Steckbrief“. „Ich bin von dem großen Nutzen überzeugt“, sagt Ellen Schönen-Hütten. „Wenn es ein solches Angebot gibt, dann wird davon auch Gebrauch gemacht.“ Denn ihrer Überzeugung nach informieren sich viele Menschen im Internet über ihre künftiges Arbeits- und Lebensumfeld und sind dann froh, wenn sie möglichst viele Informationen erhalten. Über allem „steht unser Ziel, die Menschen in Dormagen zu halten und neue Bürger zu gewinnen“.

Für den Kölner oder Düsseldorfer, der überlegt, mit seiner Familie nach Dormagen zu ziehen, gibt es dann in 15 Kategorien detaillierte Informationen zu 15 Ortsteilen.

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