Jecke Dormagener feiern trotz des Regens draußen. Bürgermeister landet im Schankraum.

Jecke Dormagener feiern trotz des Regens draußen. Bürgermeister landet im Schankraum.
Beim Gardetanzcorps der Karnevalsgesellschaft „Ahl Dormagener Junge“ flogen die Mariechen hoch.

Beim Gardetanzcorps der Karnevalsgesellschaft „Ahl Dormagener Junge“ flogen die Mariechen hoch.

Anja Tinter

Beim Gardetanzcorps der Karnevalsgesellschaft „Ahl Dormagener Junge“ flogen die Mariechen hoch.

Dormagen. Nu’ isset raus: Tief im Herzen ist Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld ein Couchpotato. Mit Bademantel, weißen Socken, die in Adiletten steckten, und Vokuhila-Frisur erschien das Stadtoberhaupt gestern um 11.11 Uhr zum Pflichttermin auf dem Balkon des Historischen Rathauses. Pech für ihn, dass er es dabei mit resoluter Weiblichkeit zu tun hatte. Denn bei männlichen Schlampigkeiten verstehen die meisten Frauen keinen Spaß – schon gar nicht das stilsichere erste Dormagener Damen-Dreigestirn.

Prinz Carina (Wernig), Jungfrau Nadja (Kolfenbach) und Bauer Susanne (Klein) sind tief im Herzen nämlich keine Couchkartoffeln, sondern jeck. Prompt ließen sie sich von Lierenfeld die Schlüssel zur Macht aushändigen – unterstützt von Kinderprinz Leon (Ladermann), der die Gunst der Stunde nutzte, einen Kinderbürgermeister und schulfrei für alle zu fordern. „Deine Bewerbung ist angekommen“, versicherte Lierenfeld. Half alles nix: Passend zu seinem Aufzug wurde der Verwaltungschef in die Freizeitzone im Schankraum des Rathauses abgeschoben.

Sessionslied „Wir sind da“ zur Melodie von Abbas „Waterloo“

Lierenfelds Abgang wurde nur vom Himmel wirklich heftig beweint. Die immerhin rund 300 mit Schirmen oder warmen Kostümen ausgestatteten Jecken jubelten den neuen Regentinnen zu, die mit ihrem Sessionslied „Wir sind da“ zur Melodie von Abbas „Waterloo“ einen klasse Auftritt hinlegten. Prinz Carina ließ sich dabei selbst von angegriffenen Stimmbändern nicht stoppen. Der Amtswechsel im Rathaus wurde von noch mehr Musik und Tanzeinlagen begleitet. Unsicher musste sich gestern übrigens niemand fühlen. Polizei und Stadt waren mit starken Kräften vor Ort vertreten.

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