Die IG beginnt mit ihrem Bürgerbegehren. Sie benötigt mindestens 3000 Unterstützer, um einen Bürgerentscheid zu erreichen.

Nievenheim. Gestern konnten die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Nievenheim schon die ersten Unterschriften sammeln, der offizielle Start des Bürgerbegehrens zum Erhalt des Hallenbads Nievenheim ist am heutigen Samstag. Ziel sind mindestens 3000 Unterschriften, um einen Bürgerentscheid zu erreichen.

Die Stadt lieferte jetzt die Grundlage, um loslegen zu können: die Schätzung der Kosten für eine Sanierung und den weiteren Betrieb des Bades. Dieser Passus ist zwingender Bestandteil der Unterschriftenliste und wird von der IG als Initiatorin ergänzt.

Hallenbad würde laut Stadt pro Jahr 850 000 Euro Verlust machen

„Für die bauliche Instandsetzung des Hallenbads wäre ein Investitionsvolumen von 5,1 Millionen Euro erforderlich“, sagt Erster Beigeordneter Robert Krumbein: „Der Betrieb des Bades würde einschließlich des Kapitaldienstes für die Instandsetzung zu zusätzlichen Verlusten von jährlich rund 850 000 Euro bei der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen führen.“

Nach Meinung der IG können die Sanierungs- und Betriebskosten im Vergleich zur städtischen Schätzung „deutlich reduziert werden“, sagt Reiner Blödgen, der das Bürgerbegehren eingereicht hat: „Die Stadt sollte alle Fördermöglichkeiten, Energiesparmaßnahmen und zeitgemäße Betriebskonzepte nutzen.“ Ziel der IG ist es, die Unterschriften so schnell zu sammeln, dass eine Entscheidung über das Bürgerbegehren in der Ratssitzung am 29. Juni möglich ist.

Die Schätzung der Verwaltung basiert laut Krumbein auf Vorgaben, „die wir in einem Vorgespräch mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens vereinbart haben. Demnach soll das baufällige Bad grundsaniert und in gleichem Umfang wie in der Vergangenheit für den öffentlichen Schwimmbetrieb sowie das Schul- und Vereinsschwimmen bereitstehen“. Die Berechnung der Bau- und Betriebskosten orientiert sich an den Zahlen, die in dem „Altenburg-Gutachten“ für die Sanierung ermittelt wurden. Krumbein: „Wir sind trotz des künftig erweiterten Bades in Dormagen-Mitte von einer positiven Besucherentwicklung in Nievenheim ausgegangen.“

„So verständlich es ist, dass die Initiatoren an dem Hallenbad hängen“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld, „kann die Verwaltung nur empfehlen, von getroffenen Ratsentscheidungen und dem Ergebnis des Bürgerentscheids 2013 nicht abzuweichen.“

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