Der VdS konnte Velbert nicht ansatzweise Paroli bieten.

Ob sich Marko Niestroj das noch bis zum Saisonende antut? Der im Sommer auf eigenen Wunsch scheidende Trainer des Oberligisten VdS Nievenheim rang nach dem Debakel gegen die SSVg Velbert um Fassung. Klar, es handelte sich um den fast ausschließlich mit schon höherklassig aktiv gewesenen Halb-Profis besetzten Tabellenführer. Doch eine derart schlechte Vorstellung wie bei der 0:7-Heimpleite (0:3) vor 300 Zuschauern hat Niestroj in seiner jungen Trainerlaufbahn an der Südstraße wohl noch nicht gesehen.

Nievenheims letzter Sieg liegt fünfeinhalb Monate zurück

„Ich muss das alles jetzt erst einmal sacken lassen und werde mir meine Gedanken machen. Ich bin sprachlos“, sagte der Coach, der nach langem Überlegen dann doch noch ein paar Sätze zum Spiel über die Lippen brachte: „Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten es Velbert so schwer wie möglich machen. Wir wollten das Spiel offen gestalten, mussten diesen Plan nach 20 Minuten aber wieder begraben. Velbert war uns in allen Belangen überlegen. Jetzt sind wir genau in der Situation, die wir vor der Saison unbedingt vermeiden wollten.“ Der VdS liegt am Boden. Sieben Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze acht Zähler. Der letzte Sieg liegt fünfeinhalb Monate zurück. Aus den letzten elf Ligaspielen holte Nievenheim ein Remis und zehn Niederlagen, schoss dabei 7:40 Tore.

Die Partie gegen den bestens aufgelegten Spitzenreiter hatte über weite Strecken den Charakter eines Freundschaftsspiels. Wer das Spiel gewinnt, war spätestens nach 13 Minuten klar. Nievenheim war nicht in der Lage, Velbert das Leben schwer zu machen, geschweige denn, sich Chancen herauszuspielen. „Nach vorne kam gar nichts“, bemerkte Niestroj. Dass die Gäste gleich mit ihren ersten beiden Möglichkeiten mit 2:0 in Führung gingen, könnte man einerseits als Pech bezeichnen. Andererseits waren beide Situationen aber auch einfach schwach verteidigt: Massimo Mondello hatte nach zehn Minuten auf der linken Seite alle Zeit der Welt, seine Hereingabe konnte Torwart Kelvin Sanchez nur vor die Füße von Hüzeyfe Dogan abwehren, der mühelos abstaubte. Nur drei Minuten später hatte der Ex-Profi am Strafraumrand erneut zu viel Platz, sein Flachschuss ins rechte Eck passte genau.

Wenig später machte Dogan seinen Hattrick komplett

Vorbei war es spätestens nach 32 Minuten, als Dogan zum dritten Mal nach schöner Vorarbeit von Philipp Schmidt traf. „Diese Tore dürfen niemals fallen, das kann man mit einfachen Mitteln lösen. Wir machen einfach viel zu viele individuelle Fehler“, bemängelte Niestroj. Das führte in Durchgang zwei zu den weiteren Treffern von Giuseppe Raudino (66.), Dogan zum Vierten (67.), Kai Pelzer per Eigentor (71.) und David Müller (74.) – und damit war der VdS noch gut bedient.

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