Zwischen dem Neusser HV und dem TSV Bayer Dormagen geht es heute um Punkte und Prestige.

Zwischen dem Neusser HV und dem TSV Bayer Dormagen geht es heute um Punkte und Prestige.
Das letzte Duell im Jahr 2014 gewann der TSV um Alexander Kübler (l.) mit 31:25 gegen den NHV – hier Christopher Klasmann (verdeckt). Archiv

Das letzte Duell im Jahr 2014 gewann der TSV um Alexander Kübler (l.) mit 31:25 gegen den NHV – hier Christopher Klasmann (verdeckt). Archiv

Zaunbrecher

Das letzte Duell im Jahr 2014 gewann der TSV um Alexander Kübler (l.) mit 31:25 gegen den NHV – hier Christopher Klasmann (verdeckt). Archiv

Neuss. So ändern sich die Zeiten: Als der Neusser Handballverein im Juli 1992 gegründet wurde, hatte der TSV Bayer Dormagen gerade seine fünfte Saison in der Bundesliga mit Platz sieben in der Nord-Gruppe abgeschlossen und sich mit dem Gewinn des „Liga-Cups“ erstmalig für den IHF-Europapokal qualifiziert, der sie in den folgenden Monaten bis ins Endspiel gegen den spanischen Vertreter Teka Santander führen sollte.

Historie spricht für Bayer, die Gegenwart für den NHV

Wenn sich aber heute Abend ab 19 Uhr in der Hammfeldhalle der NHV und der TSV Bayer zum Kreis-Derby in der Dritten Liga West gegenüberstehen, gehen die Gastgeber erstmals als Favorit in einen Vergleich der beiden gerade einmal 20 Kilometer getrennten Klubs. „Um das zu erkennen, muss man kein Handball-Experte sein, dafür genügt ein Blick auf die Tabelle“, sagt Dormagens Spielertrainer Alexander Koke. Die weist die Neusser gleichauf mit dem ebenfalls verlustpunktfreien Zweitliga-Absteiger VfL Eintracht Hagen an der Spitze aus, die Gäste folgen mit respektvollem Abstand und sechs Minuszählern auf Rang vier.

„Für mich zählt der TSV trotz seiner drei Niederlagen zu den drei, vier Spitzenteams, die diese Liga beherrschen“, sagt NHV-Trainer Ceven Klatt. Und er möchte eines festgehalten wissen: „Die Dormagener reden immer gerne von ihrer jungen, unerfahrenen Truppe. Dabei haben sie genau so erfahrene Leute wie wir – wenn Alexander Koke mit 37 Jahren noch selbst aufläuft, dann soll er nicht erzählen, dass die Weiterentwicklung der jungen Spieler wichtiger ist als die Ergebnisse. Die ganze Handball-Region freut sich auf dieses Derby. Und wir freuen uns auch auf dieses Spiel – die Halle ist so gut wie ausverkauft, das wird bestimmt eine stimmungsvolle Atmosphäre.“

Und bestimmt ein taktischer Leckerbissen. „Die Neusser verfügen mit ihrem großen Kader über viele verschiedene Varianten – darauf musst du immer eine Antwort haben“, sagt Koke. Ob er sie über die volle Distanz von 60 Minuten hat, weiß er nicht – oder möchte es nicht verraten. „Das ist schon ein bisschen eine Sisyphus-Aufgabe: Konzentrierst du dich auf einen Spieler, springt der nächste in die Bresche“, sagt der Bayer-Coach über den Gegner.

TSV-Spielertrainer trifft auf alte Bekannte

Koke kennt einen Teil der Neusser Mannschaft gut. „In Ferndorf bin ich zusammen mit Heider Thomas, Bennet Johnen und Niklas Weis Drittliga-Meister geworden und in die Zweite Liga aufgestiegen. Dass sie jetzt in Neuss spielen, sagt alles über die Stärke des NHV.“ In seinen Augen ist Neuss neben Hagen das Ausnahmeteam der Liga. „Für uns ist das ein toller Gradmesser, um zu sehen, wo wir stehen. Wenn es uns gelingt, die Achse Rückraum-Kreis zu unterbinden und die gewaltige Wurfkraft aus dem Rückraum wegzunehmen, können wir vielleicht mithalten.“

Klatt setzt dem die Tugenden entgegen, mit denen sein Team 13 Siege aus 13 Spielen eingefahren hat. „Wir wollen wieder über die Abwehr und unser Umschaltspiel zum Erfolg kommen.“ Dafür steht ihm der komplette Kader zur Verfügung, auch Torhüter Vladimir Bozic ist wieder fit. Koke geht ebenfalls von einem vollen Aufgebot aus, nur Max Bettin musste mit einer Oberschenkelzerrung in zwei Trainingseinheiten passen. NHV-Geschäftsführer René Witte bittet die Fans, rechtzeitig zum Spiel zu kommen. „Der Aufgang zur Tribüne ist eng, da könnte es sonst passieren, dass einige zu spät zu ihren Plätzen kommen.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer