Der Neusser Handball-Drittligist gewinnt 30:26 bei Eintracht Baunatal. Liga-Konkurrent Bayer Dormagen verliert 27:28.

Der Neusser Handball-Drittligist gewinnt 30:26 bei Eintracht Baunatal. Liga-Konkurrent Bayer Dormagen verliert 27:28.
Die Defensive des NHV, hier Bennet Johnen und Heider Thomas (in rot, v.l.) war der Schlüssel zum Sieg. Archiv

Die Defensive des NHV, hier Bennet Johnen und Heider Thomas (in rot, v.l.) war der Schlüssel zum Sieg. Archiv

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Die Defensive des NHV, hier Bennet Johnen und Heider Thomas (in rot, v.l.) war der Schlüssel zum Sieg. Archiv

Neuss/Dormagen. Der Neusser HV steigt heute Abend ungeschlagen aufs Podium, wenn er von der Stadt Neuss als „Mannschaft des Jahres“ ausgezeichnet wird. Das tut der Tabellenführer der 3. Handball-Liga West mit einem Polster von drei Punkten Vorsprung auf Eintracht Hagen – denn während der NHV sich zwar mit etwas Mühe, letztlich aber ungefährdet mit 30:26 (Halbzeit 15:13) bei Eintracht Baunatal durchsetzte, ließ der ärgste Verfolger Federn.

Und beim 31:31-Remis bei der Reserve von GWD Minden einen möglicherweise vorentscheidenden Zähler. Denn nun können die Hagener aus eigener Kraft kein „Endspiel“ um Meistertitel und Aufstieg am letzten Spieltag (6. Mai) in Neuss mehr erzwingen, sondern sind darauf angewiesen, dass der NHV seinerseits irgendwo mindestens einen Punkt lässt.

Das hätte vor 350 Zuschauern in der Baunataler Rundsporthalle durchaus passieren können. Denn sowohl nach 24 Minuten (11:11) als auch nach 38 Minuten (16:16) hatten die Gastgeber die Neusser Führung ausgeglichen. Am Ende gab dann erneut die starke Deckungsarbeit und der breite Kader den Ausschlag zugunsten des Tabellenführers. Ceven Klatt konnte erneut alle „Bankspieler“ aufs Parkett schicken. Trotzdem war Klatt nur bedingt zufrieden mit der Vorstellung seiner Schützlinge: „Wir haben sowohl in der ersten Halbzeit als auch in der Schlussphase der zweiten Hälfte jeweils zu früh einige Gänge zurückgeschaltet und so Baunatal zurück ins Spiel kommen lassen“, bemängelte Klatt, „am Ende haben wir dadurch auch einen höheren Sieg verpasst.“ Schließlich lagen die Gäste sechs Minuten vor dem Abpfiff bereits mit 29:21 in Front, ehe die zuvor in sechs Heimspielen in Folge unbesiegten Hessen mit einem 5:1-Lauf noch Ergebniskosmetik betreiben konnten.

Dormagen im fünften Spiel in Folge sieglos

Weiterentwicklung sieht anders als aus das, was die Handballer des TSV Bayer Dormagen derzeit aufs Parkett zaubern. Selbst gegen die Kellerkinder der 3. Liga West scheint der Zweitliga-Absteiger überfordert: Bei der Reserve des VfL Gummersbach setzte es nämlich am Freitagabend eine 27:28-Niederlage (Halbzeitstand 14:12), mit der die Dormagener im fünften Spiel in Folge ohne doppelten Punktgewinn blieben.

Möglich, dass es am fehlenden konkreten Saisonziel und daraus resultierend mangelnder Einstellung liegt. Spielertrainer Alexander Koke jedenfalls redet nicht länger um den heißen Brei herum: „Wir befinden uns in einer Krise. Die Ursache müssen wir finden und dann die mentale Blockade lösen.“ Und das möglichst bald, denn eine weitere Heimniederlage am Samstag (19 Uhr) gegen den TuS Volmetal kann sich der TSV angesichts des ohnehin rückläufigen Zuschauerinteresses kaum leisten. Und für Kooperationspartner TV Korschenbroich sind die unverhofften Punktgewinne der abstiegsgefährdeten Teams alles andere als ein passendes Willkommensgeschenk des TSV. Der vor nur 120 Zuschauern in der Schwalbe-Arena einmal mehr schwer in die Gänge kam: Nach acht Minuten lagen die Gäste mit 1:4 im Hintertreffen. Lukas Stutzke gelang nach einer Viertelstunde der erste Gleichstand (6:6), doch die Dormagener Deckung bekam Gummersbachs Werfer Sebastian Schöneseiffen nie in den Griff. Pascal Noll gelang fünf Minuten vor dem Pausenpfiff die erste Führung (12:11), und als der TSV einen 16:14-Vorsprung mit in die Kabine nahm, schien die Partie den eigentlich erwarteten Verlauf zu nehmen. Weit gefehlt. Gummersbach glich aus (16:16, 39.) und ließ die Gäste fortan nie mehr als mit einem Tor wegziehen, zuletzt beim 24:23 wiederum durch Stutzke (54.). Doch zu viele Fehler der Dormagener in der Schlussphase ebneten dem VfL den Weg zum Sieg.

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