Genau 20Jahre nach der Wiedervereinigung äußern sich Neusser zu den Ereignissen

Kristin Germscheid und Dagmar Weiser (links), Manfred Schlösser und Hildegard Bothmann äußern sich zur Wiedervereinigung.
Kristin Germscheid und Dagmar Weiser (links), Manfred Schlösser und Hildegard Bothmann äußern sich zur Wiedervereinigung.

Kristin Germscheid und Dagmar Weiser (links), Manfred Schlösser und Hildegard Bothmann äußern sich zur Wiedervereinigung.

Marc Ingel

Kristin Germscheid und Dagmar Weiser (links), Manfred Schlösser und Hildegard Bothmann äußern sich zur Wiedervereinigung.

Neuss. Sonntag vor 20Jahren wurde die Wiedervereinigung Deutschlands offiziell besiegelt. Wie erlebten die Neusser den Tag der deutschen Einheit? Wie erinnern sie sich an den 3.Oktober 1990 und an die Zeit des Mauerfalls? Und welchen Stellenwert besitzt die Wiedervereinigung heute, zwei Jahrzehnte danach?

"Ich erinnere mich noch sehr gut", sagt Jürgen Wanke(66) mit strahlenden Augen: "Der schönste Augenblick war der Mauerfall. Das war so ergreifend, dass man am liebsten selbst dabei gewesen wäre." Seine Begleiterin Christa Brekeler(58) erinnert sich: "Stattdessen standen wir überglücklich und mit Tränen in den Augen vor dem Fernseher."

Auch beim Ehepaar Funkel löste der 20.Jahrestag der Wiedervereinigung positive Gefühle aus. "Auch wenn die Erinnerungen heute ein wenig verblasst sind, weiß ich noch, dass alles damals so überraschend kam, dass es beinahe unfassbar war", berichtet Renate Funkel (72) und ihr Mann Kurt fügt an: "Kurze Zeit nach dem Mauerfall haben wir eine Tour durch die Städte im Osten gemacht. Das war schon unglaublich."

Manfred Schlösser (74) sieht das vereinigte Deutschland dagegen mit gemischten Gefühlen: "Sicher war das Ganze früher bewegend und schön. Aber damals wurde gesagt, dass die Wiedervereinigung keinen roten Heller kosten würde.

Das sieht mittlerweile ganz anders aus, und der Fall der Mauer hat auch einige Probleme mit sich gebracht." Für Hildegard Bothmann(72) steht etwas anderes im Vordergrund: "Ich habe bei einem Besuch noch die Zustände im damaligen Ost-Berlin erlebt. Trotz der Unzufriedenheit einiger Bürger ist die damals erlangte Freiheit das Allerwichtigste."

Das sieht auch der 21-jährige Marc Ploch so: "Ich habe die Zeit der Deutschen Einheit zwar nicht bewusst miterleben können, aber schon allein die Tatsache, dass das getrennte Deutschland wieder zu einem Ganzen wurde, macht das Ereignis unglaublich wichtig."

Seine Freundin Lisa (19) hat vor allem von ihren Eltern einiges über die Wiedervereinigung erfahren: "Ich bin gebürtige Berlinerin, und meine Eltern lebten zu der Zeit noch dort. Als die Mauer fiel, standen sie mit Sektgläsern vor dem Haus und lagen sich glücklich in den Armen."

Erinnerungen an den 3.Oktober 1990 haben die Freundinnen Kristin Germscheid (21) und Dagmar Weiser (24) nicht. "Man hört und liest viel über die deutsche Geschichte und dieses wichtige Ereignis", sagt Weiser:

"Auch wenn die Wiedervereinigung vielleicht in manchen Punkten für Probleme gesorgt hat, ist es wichtig, dass Deutschland wieder eins ist." Emotional hat sie der 20.Jahrestag allerdings weniger berührt.

Ebenso wie ihre Freundin Kristin: "Damals war das sicher ein sehr emotionales Ereignis. Leider können wir das heute nur schwer nachempfinden, weil wir zu dieser Zeit erst geboren wurde."

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